Interview mit Rene Pour von Reality Lovers

Ich hatte die interessante Möglichkeit,  mit dem Geschäftsführer, Rene Pour, von Reality Lovers ein Interview zu führen. Das gibt es jetzt für euch zum nachlesen. Dort besprechen wir allgemeine Themen von der Idee zur Umsetzung und vieles mehr. Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen. VR-Erotik hat bereits einen großen Fuß gefasst in der Branche. Ich war ziemlich überrascht, wie stark diese schon vertreten ist. Aber lest selbst. jetzt geht es erstmal los:

  1. Was genau bieten Sie auf Ihrer Internetseite Reality Lovers an?
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Der liebe Rene P. Geschäftsführung bei Reality Lovers

Auf unserer Seite entdecken Besucher eine große Auswahl an professionell-produzierter und sehr hochwertiger VR-Erotik, sowohl aus der Männer- als auch aus der Frauen-Perspektive. Unsere 180-Grad-Videos sind stets state-of-the-art und wir versuchen bei jeder Produktion das komplette Potential der VR-Technologie herauszuholen.

  1. Wann wurde Ihr Unternehmen gegründet und wann erschienen die ersten Filme auf dem Markt?

Reality Lovers gibt es mittlerweile schon seit fast zwei Jahren und in diesem Zeitraum konnten wir schon sehr viel lernen und eine große Community von unserer Qualität überzeugen. Unsere Filme gibt es genauso lange.

  1. Wie schwierig oder auch leicht war die Umsetzung für Ihr Unternehmen und Vorhaben?

Auch wenn VR in den Medien omnipräsent zu sein scheint, steckt der ganze Industriezweig noch in den Kinderschuhen. Daher standen auch wir am Anfang vor der Frage: Wie machen wir es richtig? Dank vieler Experten in unserem Team, konnten wir das Vorhaben auch in die Tat umsetzen. Uns ging es schon immer darum, in erster Linie hochqualitative Filme zu produzieren.

  1. Woher kam die Idee für VR Pornos?

Vor einigen Jahren setzte ich auf einer Messe zum ersten Mal eine VR-Brille auf und war erstaunt. Mir wurde nicht nur klar, dass man auf diese Weise in eine andere Welt eintauchen kann, sondern, wie vielfältig die Möglichkeiten sind Neues zu erleben. Und die Erotik-Industrie zeichnete sich schon in der Vergangenheit durch die frühe Adaption zahlreicher Technologie-Neuheiten aus wie Online-Unterhaltung, VHS oder die DVD.

  1. Wie viele Mitarbeiter arbeiten in diesem Unternehmen mit?

Um der Marktführer zu werden, benötigen wir natürlich ein großes Team mit der notwendigen Expertise. Da wir mit einigen Kooperationspartnern arbeiten, lässt sich diese Frage nur schwierig beantworten. Allerdings können wir sagen, dass wir regelmäßig und vor allem gesund wachsen. Unser festes Team besteht aus rund 60 Leuten.

  1. Wie viele Darsteller und Darstellerinnen arbeiten mit Ihnen zusammen?

Auch hier haben wir kein konkretes und festes Team. Da wir in der Szene sehr gut vernetzt sind, arbeiten wir mit Darstellern und Darstellerinnen aus der ganzen Welt zusammen. Seien es internationale Stars wie Micaela Schäfer, Brett Rossi, Patty Michova, Texas Patti und Angel Wicky oder Sternchen mit großer Zukunft, deren Namen noch nicht so bekannt sind. Insgesamt haben wir im Moment 189 Filme und haben bereits mit rund 130 Darstellern und Darstellerinnen gearbeitet.

  1. Wie haben die Darsteller und Darstellerinnen auf Ihre Idee reagiert?

Sie waren begeistert. Sowohl der Dreh, die Postproduktion als auch der eigentliche Erotik-Genuss sind bei VR anders. Einerseits ist es für das Team eine nette und willkommene Abwechslung andererseits müssen die Schauspieler während des Drehs auch anspruchsvoller vor der Kamera agieren. Doch im Großen und Ganzen nehmen es alle sehr positiv und mit viel Begeisterung auf.

  1. Kommen Darsteller und Darstellerinnen auf Sie zu, oder suchen Sie den Kontakt?

Beides. Da wir regelmäßig in Kontakt mit den größten Playern der Branche stehen, befinden wir uns immer in einem Dialog mit allen Parteien.

  1. Was unterscheidet sich von einem gewöhnlichen Pornodreh zu einem VR Pornodreh? Wie lässt sich ein VR Porno drehen? Ist das für den „Privatgebrauch“ möglich? Wie verhält es sich mit den Kosten? Sind diese viel höher als beim Dreh von normalen Videos?

Der VR-Dreh ist um einiges komplizierter. Das fängt beim Set-Aufbau an – denn durch die 180-Grad-Sicht sieht der Nutzer auch viel mehr und achtet demensprechend darauf – setzt sich beim der Kameraarbeit fort und endet in einer anspruchsvolleren Postproduktion. Auch die Darsteller müssen viel aktiver mit der Kamera „spielen“, da diese die spätere Ich-Perspektive des Users darstellt. Dementsprechend sind auch summa summarum die Kosten höher als bei einer durchschnittlichen klassischen Produktion.

  1. Würden Sie VR Pornos gegenüber normalen Pornos bevorzugen? Warum?

Beide zeichnen sich durch eigene Vorzüge aus und weisen besondere Alleinstellungsmerkmale auf. Dennoch sind wir überzeugt, dass VR-Erotik die Zukunft ist und sich schon mittelfristig zu einer tragenden Säule der gesamten Industrie entwickeln wird, weil die Möglichkeiten intime Träume auszuleben, sich auf diese Weise viel realistischer und lebensechter anfühlen.

  1. Wird es im Laufe der Zeit noch andere Varianten ihrer VR Brille geben? Oder erweiterte/andere Funktionen?

Wir bieten im Moment keine tatsächliche VR-Brille an. Wir sind aber bemüht unsere Filme immer weiterzuentwickeln. So waren wir beispielsweise das erste Adult-Unternehmen, das mit Green-Screen gearbeitet hat. Seit diesem Jahr erscheinen all unsere Filme ausschließlich in 5K-Qualität. Unsere Fans können darüber hinaus 2018 auch einige weitere Neuheiten von uns erwarten.

  1. Wie sieht Ihre Zielgruppe aus? Verteilen sich Nutzer über jegliche Altersstufen/Geschlechter?

Die demografische Breite und Vielfalt unserer Zielgruppe ist wirklich erstaunlich. Die weltweit größte Altersgruppe ist 20 bis 40 Jahre alt. Bei der Geschlechteraufteilung haben die Männer noch leicht die Überhand. Doch Frauen begeistern sich immer mehr für VR-Erotik und gehören zu einer relevanten Zielgruppe für uns. Aus diesem Grund veröffentlichen wir auch immer mehr Filme für die Damen.

  1. Ist die Nutzung bei Ihnen anonym? Bzw. wie läuft eine Anmeldung bei Ihnen ab und was für kosten erwarten den Benutzer?

Die Mitgliedschaft bei uns ist zu 100 Prozent sicher. Darauf legen wir allergrößten Wert. Bei der Anmeldung bzw. Nutzung bieten wir mehrere Modelle an: Ein-Monat-Abonnement, vierteljähriges Abonnement oder den Kauf einer Szene. Bei den ersten beiden Modellen können die Nutzer all unsere Videos schauen. Bei dem letzten entscheiden sie sich für eine Szene, die sie herunterladen können.

  1. Wie sieht es mit der Umsetzung im Hentai-Bereich aus? Haben Sie vor, dort hingehend zu expandieren? Ist dies überhaupt umsetzbar?

Natürlich haben wir schon mit Animationen und anderen Effekten experimentiert. Jedoch sind wir der Meinung, dass die beste Animation immer eine Animation bleibt. Unser Ziel ist es aber den Nutzern eine möglichst realistische Erfahrung zu bieten. Deshalb werden wir in naher Zukunft nicht in diesem Bereich aktiv.

  1. Ich habe gesehen, dass Sie auch ein Forum anbieten. Wie frequentiert ist dieses?

Die Nutzer nehmen diese Möglichkeit dankend an mit anderen Menschen anonym über die VR-Erfahrung zu sprechen. In der Vergangenheit hat die Frequenz etwas abgenommen, was daran liegt, dass wir ein eigenständiges Forum abseits der Seite aufbauen, das in Kürze online gehen wird. Auch bei Reddit haben wir eine sehr aktive Fan-Base.

  1. Arbeiten Sie noch mit anderen Firmen oder Unternehmen zusammen? Falls ja, wie gestaltet sich so eine Kooperation mit Ihnen?

 Ja, um größtmögliche Qualität und Nutzerfreundlichkeit zu gewährleisten, greifen wir gerne auf Kompetenzen anderer Unternehmen zurück, um gemeinsame Ziele schneller und effektiver zu erreichen. Die Art der Zusammenarbeit hängt natürlich von dem jeweiligen Geschäftszweig ab.

  1. Inwiefern waren Sie bisher in der Presse vertreten? Gibt es Veranstaltungen auf denen Sie oder Vertreter von Ihnen anzutreffen sind, um sich mehr über ihre VR Brille und das allgemeine Angebot zu informieren oder genauer anzuschauen vor dem Kauf?

Wir sind regelmäßig in großen Medien vertreten. Sei es Fernsehen, Radio, Online oder Print: Als professioneller Anbieter von Erwachsenenunterhaltung werden wir von Journalisten und Medien sehr geschätzt. Die letzten Jahre waren wir auf der VENUS mit einem großen Stand vertreten, auf dem die User sich das Angebot genau anschauen konnten. Wir sind mitten in der Planung für 2018 und werden in Kürze veröffentlichen, wo man uns live erleben kann.

  1. Gibt es / wird es die Möglichkeit geben, einen VR Porno mit einem Masturbator / Vibrator zu verknüpfen? Um die Frage etwas zu spezifizieren: könnte man die Elektronik eines Vibrators mit der Handlung im Video verknüpfen? Beispielsweise, wenn der Mann in einer Szene härter stößt, oder schwächer, passt sich der dazu gekoppelte Vibrator an und stößt ebenfalls stärker bzw. schwächer?

Ja, Teledildonics spielt eine große Rolle in unserer Strategie. Wir arbeiten mit Hochdruck an der Einführung eines ähnlichen Projekts. Vor allem aufgrund der immer mobileren Gesellschaft wird es sich im Laufe der nächsten Jahre zu einem äußerst spannenden Geschäftsfeld entwickeln.

  1. Ist es vorstellbar, eine Art ‘‘Partnertoy‘‘ zu entwickeln? Zwei VR-Brillen würden nie Synchron laufen, und es ist naheliegend, dass man von dem Partner eher abgeschottet ist.

Natürlich. Denn einer der wesentlichen Vorzüge von VR ist nicht nur das Erleben von eigenen erotischen Träumen, sondern auch die Möglichkeit, sich mit der eigenen Sexualität zu beschäftigen, was einen Mehrwert für die Beziehung hat. Wir arbeiten an der genauen Umsetzung und hoffen schon in Kürze etwas Ähnliches präsentieren zu können.

  1. Sehen Sie sich in Konkurrenz mit anderen Firmen oder Unternehmen?

Es gibt natürlich andere Unternehmen, die VR-Erotik anbieten. Was uns auszeichnet ist der einzigartige, wiedererkennbare und hochqualitative Look. Wir sind überzeugt, dass die Qualität, die wir mit jedem Video liefern, sich auch durchsetzen wird.

  1. Welche Ziele verfolgen Sie aktuell?

Unser oberstes Ziel ist die höchste Qualität unserer Filme gewährleisten zu können. Nur wenn wir einzigartige Videos liefern, die die User begeistern, werden wir uns mittelfristig zum Marktführer entwickeln.

  1. Zum Schluss noch eine etwas andere Frage. Was war bisher das lustigste/merkwürdigste Ereignis von dem Sie berichten können, seitdem Sie dort in der Geschäftsführung sind?

Eine sehr schöne Frage. Vor allem bei den Drehs gibt es immer wieder skurrile und lustige Vorkommnisse. Doch ich möchte da keinem auf die Füße treten, in dem ich jetzt hier die etwas peinlichen Geschichten preisgebe. Was am Set passiert, bleibt am Set. Aber was sicherlich sehr schön mitzuerleben ist wenn Menschen – unabhängig von Alter und Geschlecht – zum ersten Mal ein VR-Video anschauen und mit offenem Mund dastehen. Diese positiven Reaktionen sind wirklich sehr motivierend.

Ich bedanke mich recht herzlich für die offenen und ehrlichen Antworten von Rene Pour aus der Geschäftsführung von Reality Lovers. Es hat mir wirklich viel Spaß gemacht, mich weiter mit dem Thema der VR-Erotik auseinanderzusetzen und zu sehen, was für ein großes Konzept dahinter steckt. Wer noch mehr erfahren will, kann entweder bei meinem Testbericht vorbei schauen, oder mich und die Vertreter von Reaity Lovers auf der diesjährigen Venus besuchen. Tickets findet ihr hier: Venus Berlin

Ich freue mich schon auf euch und alle spannenden Erfahrungen, die ihr mit VR Erotik gemacht habt.

Eure Bluebird

Interview – Eru Ropes Berlin

Da ich mich etwas auf den letzten Bondage-Workshop vorbereitet habe und gerne ein kleines Interview für euch hochladen wollte, könnt ihr das jetzt hier lesen. Ich hoffe, dass nicht nur meine, sondern vielleicht auch eure Fragen beantwortet werden. Wer gar nicht weiß von was hier die rede ist, kann hier gerne nachlesen : Bondage Workshop

1) Wie waren deinersten Erfahrungen mit dem Thema Bondage?

Meine ersten Erfahrungen? Hahahah…oh jeh. Ich habe mich schon als Kleinkind selber mit Klebeband, Einpackpapier und Geschenkband gefesselt. Einfach nur weil ich es lustig fand. Später hatte ich mich dann (das muss in den ersten Schuljahren gewesen sein) intensiv mit Fadenspielen auseinandergesetzt. Das hat zwar jetzt nichts direkt mit Bondage zu tun, aber ich glaube fest daran, dass dies maßgeblich dazu beigetragen hat, dass sich bei mir bestimmte Gehirnareale besonders gut ausgeprägt haben, die für das Fesseln notwendig sind.

Mit ungefähr 19 Jahren nahm mich dann ein Freund mit zu einem Bondage- Workshop, damals in der alten Henris Bar in Kreuzberg, wo ich zum ersten Mal erlebt hatte, dass man in den Seilen auch hängen kann (ich war ja noch ohne Smartphone und Instagram und mit mäßigem Internetkonsum groß geworden, wusste also kaum was von dieser Welt). Von da an wollte ich das auch 🙂

2) Wie viele Jahre beschäftigen du dich schon mit dieser Thematik? Sowohl als Arbeit und auch privat

Ja, wenn du es so nimmst *lacht*, dann seit ich selber Klebeband nutzen kann. Hahaha ~

Beruflich habe ich mich aber erst 2012 selbstständig gemacht als Bondage Trainerin. Seitdem ist das mein Hauptjob und ja, ich lebe davon. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht mindestens einen Kurs gebe, ein Shooting habe, über Fesselungen nachdenke, selber etwas neues dazu lerne, Seile bearbeite, usw….

3) Was hat dich dazu gebracht, als Personal Trainerin anzufangen?

Ich hatte damals bei YourRope als Co-Trainerin für die Gruppenworkshops angefangen zu unterrichten. Dort hatte ich die Erfahrung gemacht, dass jedes Fesselpaar etwas andere Wünsche und Ziele oder ein anderes Ausgangslevel hat. Manchmal auch ganz persönliche Einschränkungen oder Besonderheiten. Ich fand es einfach deutlich effektiver, die Paare individuell und einzeln zu unterrichten. Die Zeit wird effizienter genutzt, die Intimität gewahrt und der passive Part kann sich viel mehr auf die Fesselung einlassen. Keiner hat Angst, eine vermeintlich dumme Frage zu stellen. Die Erfahrung zeigt mir auch nach Jahren noch, dass mit dem Personal Training viel schneller und effektiver Ziele erreicht werden können.

4) Was bedeuten es für dich zu fesseln? Magst du es selbst gefesselt zu werden?

Selbst gefesselt werden? Ja klar, gerne sogar! Was das Fesseln für mich bedeutet? Ähm…ganz ganz viel. Zum einen ist es ein künstlerischer Ausdruck. Zum anderen ist es eine Momentaufnahme, da es beim professionellen Fesseln nie um die fertige Figur geht (die ist nur für ein Foto interessant), sondern um das Sein im Moment. Oder das kreieren aus dem Nichts, welches im Fluss entsteht, nur um dann wieder zu verschwinden. Ich sehe es als Meditation und Kommunikation zugleich. Ich rede zwar oft auch dabei mit meinen Models, manchmal (insbesondere bei Hängungen) ist aber auch totale Stille und ich bin trotzdem über das Seil in andauernder Kommunikation. Ich spüre über das Seil ganz viel und kann zugleich ganz viel darüber ausdrücken und verändern (körperlich als auch geistig). Das ist also eine sehr philosophische Frage, die ich jetzt noch seitenlang erörtern könnte. Um es kurz zu machen sei zuletzt noch gesagt, dass das Fesseln für mich etwas unglaublich freudvolles und positives ist, wofür ich sehr dankbar bin.

5) Was ist für dich die wichtigste Grundregel für das Fesseln, welche jeder beachten sollte?

Respekt. An erster Stelle Respekt vor dem Partner. Derjenige, der sich fesseln lässt, ist grundsätzlich stärker als ich, die fesselt. Der passive Part muss Vertrauen aufbringen – in mich und das Seil – . Er/Sie gibt seinen/ihren Körper komplett in meine Hände und somit auch seinen/ihren Geist. Es gibt – auch bei dem besten Fessler aller Zeiten – immer auch ein Verletzungsrisiko. Das alles muss ich als Fessler weder aufbringen noch für meinen eigenen Körper risikieren. Darum ist mein Model stärker als ich und verdient somit meinen höchsten Respekt.

Respekt auch vor dem Seil. Ich muss meine Technik kennen, absolut beherrschen und ihr vertrauen – insbesondere bei Hängungen kann ich mir keinen Fehler erlauben. Ich darf nicht in Routine verfallen. Ich persönlich bleibe immer meinen eigenen Fähigkeiten gegenüber sehr misstrauisch. Das alles, damit der Respekt nicht verloren geht. Ein Fessler wird erst dann richtig gefährlich, wenn er/sie glaubt, alles zu beherrschen oder als Person über dem Model zu stehen.

6) Wann würdest du sagen, dass man ein Profi geworden ist und wann ein Anfänger?

Huh. Schwere Frage. Das kommt darauf an, wo man die Messlatte für sich selber setzt. Wenn man z.B. ein Profi im „Einfach-nur-Seil-drumwickeln“ sein möchte, hat man das Ziel vermutlich schnell erreicht. Geht es aber in den Bereich des japanischen Fesselns (Kinbaku oder Shibari genannt), dann genügen selbst 100 Lebensjahre Praxis kaum. Demut gegenüber dem Meister oder auch gegenüber dem, was man selber noch nicht gelernt und verstanden hat, ist sehr wichtig. Von daher bezeichnen sich einige gefeierte japanische Meister selbst noch als „Anfänger“.

Ich würde die Unterscheidung lieber zwischen Youtube-Selbstlerner und sicheren Fesslern ziehen. Ein sicherer Fessler weiß an erster Stelle, was er nicht kann. An zweiter Stelle kennt er die Möglichkeiten und Grenzen des menschlichen Körpers (wo kann ich mit dem Seil entlang fesseln und wo nicht? Ab wann wird was gefährlich? Welche Risiken gibt es bei welchen Fesselungen, wie vermeide ich sie? Etc.) und an dritter Stelle ist er eine vertrauensvolle Person, der das Wohl und das Vergnügen des Gefesselten Alles bedeutet.

7) An welches Publikum bieten bietest du deine Kurse?

Alle. Ab 18. Kurse gibt es in Deutsch und Englisch. Immer Montag – Sonntag, 12-22 Uhr. Für Single-FesslerInnen werden gerne passive Kurspartnerinnen für die Dauer des Kurses vermittelt.

Wunschtermine am besten frühzeitig reservieren. Hier ist oft alles ausgebucht.

8) Was ist deine lieblings Fesslung oder Technik? Warum?

Hm. Die ändern sich dauernd. Manchmal sind das ganz einfache, aber besonders trickreiche Fesselungen. Manchmal auch Fesselungen mit komplizierten Mustern.

Hier mal ein paar Auszüge von Eru’s Kunst.

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Ich fand es wirklich ganz spannend und habe viele Denkanstöße mitgenommen. Viele Einstellungen oder allgemeine Sichtweisen zum Thema Bondage haben sich für mich dadurch etwas verändert. Die Art mit welcher Professionalität Eru von ihrem Handwerk spricht hat mich wirklich inspiriert. Ich habe daher beschlossen mich noch mehr damit auseinanderzusetzen und vor allem auf unser gemeinsames Ziel (auch mit Hilfe von Eru’s Kursen) hinzuarbeiten und auf unsere individuelle Art das dann auch sicher und professionell zu schaffen. Daher schaut doch mal bei Eru vorbei. Auf ihrer Seite Berlin Ropes findet ihr noch alles weitere, was euch hier eventuell zu kurz kam. Habt ihr den schon ein paar Erfahrungen gesammelt? Und denkt immer daran; lebt was ihr liebt !

Eure Bluebird