Kopfkäfig

kopfgitterkaefig-aus-stahl-ref-9078Als zweite Schönheit meines vorherigen Pakets von MEO habe ich mich mal wieder an etwas Neues gewagt. Zwar habe ich ähnliches schon oft gesehen, aber nie von so nahem oder im eigenen Einsatz betrachten können. Was mich da erwartet hatte, war ein Kopfgitterkäfig aus der BDSM Szene. Schwarzes und grobes Metall, was sich um den eigenen Körper windet. Wie kann man da widerstehen, ihn nicht selber tragen zu wollen oder jemanden aufzusetzen? Ich musste dabei direkt an die Rollenverteilung von Herr/Herrin und Sklave/Sklavin denken. Entsprechen finde ich es eine passende Stelle, um darauf kurz ein bisschen einzugehen.

Sklaven und was es damit auf sich hat:
Das Rollenspiel des Sklaven hat einen festen Fuß in der BDSM Szene gefasst und beschreibt oft an asymmetrisches Verhältnis bzw. Status innerhalb einer Beziehung. Dabei ist es nicht unüblich, dass sowohl der Mann, als auch die Frau die Rolle des Sklaven einnehmen können. Dabei nimmt derjenige eine unterwürfige oder gefügige Position des Partners gegenüber ein. Dabei gibt es nur einen sehr schmalen Grat zwischen Sklaven und einem Sub/einer Sub. Bei manchen wird das differenziert, bei manchen getrennt. Es gibt zahlreiche Arten dies zu handhaben. Ein paar der üblichen Sklavenarten sind Schmerzsklaven, Sexsklaven und Dienstsklaven. Je nach Präferenz und gemeinsamer Absprache können sich diese selbstverständlich auch überschneiden oder koexistieren. Oftmals spielt auch die Kleidung eine große Rolle. Dabei kann es so sein, dass sich der Sklave entkleiden muss, um seine Unterwürfigkeit zu zeigen oder einfach zu Demütigungszwecken. Andererseits können bestimmte Accessoires wie Seile, Halsbänder oder auch Kopfgitterkäfige und ähnliches einen praktischen und hübschen Aspekt übernehmen.

Anwendungsmöglichkeiten:
Der Kopfgitterkäfig bringt die animalischen Gelüste beider Partner an den Tag. So können sich moderne Sklaven auch in der heutigen Zeit gehen lassen und sich zu einem ultimativen Spiel hinreißen lassen. Der geschmiedete Kopfgitterkäfig erinnert in seiner Ausführung und Handhabung an mittelalterliche (Folter-) Instrumente, wie sie auch während der Inquisition benutzt wurden. So steht einem Rollenspiel und einer Sklaverei der guten Art nichts im Wege. Durch Ringe an der Vorder- und Rückseite können noch zusätzliche Seile oder andere Spielsachen für weitere Folterungen befestigt werden. Ihr könnt euch natürlich auch altmodisch Ketten nehmen und euren Sklaven so irgendwo befestigen. Damit euer Sklave sich nicht befreien kann, selbst wenn die Hände lose sind, gibt es noch die Möglichkeit ihn über Scharniere zu öffnen oder zu verschließen. Falls ihr möchtet, könnt ihr den Kopfgitterkäfig sogar von der Decke hängen lassen! Dafür gibt es oben extra noch einen weiteren Ring. Aber Vorsicht: er ist nicht dazu gedacht einen Menschen zu tragen. Durch die Form bietet sich bequem Platz für jeden Kopf und sogar eine Mundöffnung. Was sehr praktisch sein kann, schließlich ist ein Mund in vielerlei Hinsicht ganz Nützlich. Kein Sklave sollte verhungern müssen. Ihr könnt euch entscheiden, ob ihr einen schwarz lackierten Käfig haben möchtet, oder einen in Edelstahl.

Qualität:

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Hier die Edelstahlvariante


Der Kopfgitterkäfig ist unglaublich robust und strapazierbar. Ich habe mich für das klassische Schwarz entschieden. Leider ist hier allerdings bereits etwas am äußeren Scharnier abgesplittert bei der Ankunft. Hinsichtlich dessen glaube ich, dass die Edelstahlvariante ohne Lackierung etwas von Vorteil ist. Aber bei genauerer Betrachtung und im Einsatz kam nichts weiter von der Lackierung ab. Daher vermute ich, dass es wahrscheinlich beim Transport angeeckt und abgeplatzt ist. Davon abgesehen sind die Maße wirklich sehr angenehm. Der Käfig ruht mit seiner Last auf den Schultern des Trägers und kann durch Anlegen von Seilen nach oben hin entlastet werden. Auch beim Tragen bietet sich zu allen Seiten hin noch ausreichend Platz. Es bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, um weiteres Zubehör daran zu befestigen. Ich finde es auch spannend, dass man sich als Träger nicht ohne Hilfe befreien kann. Man benötigt dafür wirklich viel Vertrauen und bestimmt auch mal ein Safeword. Alle Nähte sind sehr sauber verarbeitet und bieten keine Sollbruchstellen. Mit dem Kopfgitterkäfig bleibt eurem Sklaven gar nichts anderes übrig, als gefügig zu sein.

Preisleistung und Weiterempfehlung:
Wie bereits erwähnt könnt ihr euch zwischen zwei Designs entscheiden. Diese machen auch preislich einen deutlichen Unterschied. In Schwarz erhaltet ihr ihn für 149 € und in Edelstahl erwartet euch die satte Summe von 199 €. Entsprechend würde ich schwarz empfehlen und beziehe mich auch im laufenden Text auf diesen, da ich dieser Version erhalten habe. Wer sich nach einer guten Möglichkeit der Fixierung sucht und ein gutes Spielzeug für eine Bondage-Session sucht, ist mit dem Kopfgitterkäfig gut ausgestattet. Mir gefällt die vielseitige Einsatzmöglichkeit, auch wenn der Preis nicht gerade niedrig ist. Auf der anderen Seite bietet er gute und „made in Germany“ schmiede Qualität. Ich finde, er ergänzt das Liebesspiel sehr ausgiebig und hält eine Ewigkeit (sofern man es nicht darauf anlegt ihn zu zerstören). Da es sich daher um einen theoretisch einmaligen Preis handelt, finde ich ihn zwar trotzdem nicht günstig, aber noch okay. Man kann sich über die Qualität nicht beklagen und er hält alles fest im Griff. Ich kann ihn an alle weiterempfehlen, die sich an so ein Spielzeug heranwagen möchten und etwas für die Ewigkeit kaufen wollen. Stabilität und Sicherheit sind bei dem Kopfgitterkäfig von MEO auf jeden Fall geboten. Dafür erhält er von mir eine Gesamtwertung von 8/10 Punkten.

Eure Lady Bluebird

Pranger

Nach einer kurzen Pause kam nun diesen Monat mein neues Paket von MEO mit drei neuen Produkten und über das erste m möchte ich euch heute ein bisschen erzählen. Mir wurde die FINAL FANTASY – BDSM Pranger Fessel zugeschickt und ich habe mich sehr gefreut, mich mal wieder ein bisschen mehr um meinen BDSM Bereich zu kümmern. Gute und qualitative fesseln und das praktische Zubehör sind schon immer Sachen gewesen, die ich wirklich lieb. Das Besondere an diesem Pranger ist, dass er sowohl die Arme, als auch Beine fixieren kann.

Der Pranger:
Fesseln bietet einer Beziehung oder auch allgemeinem einen selbst (egal ob passiv oder aktiv) eine ganz neue Möglichkeit im Liebesspiel. Es bringt ganz neue Grenzen, Regeln sowie Erfahrungen und Gefühle mit ein. Manche betreiben Fesselungen schon länger, manche wagen sich erst neu heran, aber egal wie man es betrachtet bietet es eine gemeinsame Freude und viele Chancen, neues zu probieren. Dabei beziehe ich mich nicht nur auf das Fesseln an sich, das mögliche Wechseln von passiv und aktiv, sondern auch die Positionen. Durch den Pranger wird der gefesselte in einer neuen und meist eher ungewöhnlichen Position fixiert (es gibt zwar ein paar Möglichkeiten hierbei zu variieren, allerdings nicht sonderlich viele). Da es eine eher offensive Pose ist, kann man sich auch leicht etwas entblößt und peinlich berührt fühlen, was eine angenehme Abwechslung zum stressigen und strukturierten Alltag sein kann. Daher finde ich die Aufmachung an sich sehr ansprechend – kniend oder alle vier nach oben.

Gefühlstest:
Es handelt es sich nicht um eine einstellbare Spreizstange, was sowohl Vorteile, als auch Nachteile hat. Der größte Nachteil ist wohl, dass man sie nicht im Spreizgrad anpassen kann. Ein großer Vorteil des Prangers ist, dass man ein massives Konstrukt hat und keine Sorge vor auseinanderbrechenden oder instabilen Einzelteilen haben muss. Um sicherzugehen, dass ihr den Pranger auch sinnvoll einsetzten könnt, solltet ihr euch im Vorhinein ein paar Gedanken machen, was ihr damit anstellen möchtet. MEO hat noch andere schöne Spreizstangen als alternativen in verschiedenen Größen: Spreizstange. Da es sich bei dem Pranger um Edelstahl handelt, ist er besonders leicht und lässt sich somit gut beim Sex integrieren. Die fesseln sind wie schon bei der Spreizstange aus meinem letzten MEO Test sehr weich von innen und müssen erst mal eingetragen werden mit der Zeit flexibler. Die bieten sind super gut befestigt, sodass man auch keinerlei Rückhaltung beim Spiel zeigen muss. Nur sollte man die hohle Spreizstange nicht zu stark belasten. Zwar gibt es keine angegebene Belastungsgrenze und die Querstreben machen sie sehr stabil, dennoch glaube ich, dass sie nicht geeignet ist, um jemanden daran aufzuhängen.

Anwendungsmöglichkeiten:Pranger
Der Pranger bietet dem Gefesselten absolut kein Entkommen, sofern auch die Handgelenke fixiert wurden. Hier wurden zwei Spreizstangen zu einer vereint und ermöglicht daher die Fesselung an Fuß- und Handgelenken. Dabei beträgt die Länge einmal ca. 75 cm und ist für die Füße gedacht. Die zweite ist ca. 35 cm lang und für die Handgelenke geeignet. Ich finde allerdings, dass man es auch umdrehen kann, wenn es sich für die aktuelle Situation eignet. Andersherum ist es jedoch häufig praktischer, da bei dem breiten Abstand auch die Beine entsprechend breiter gespreizt sind und sich mehr Spielraum bietet. Der Abstand zwischen den beiden Stangen beträgt knapp 15 cm. Besonders schön finde ich auch den angebrachten Ring, da man durch ihn zusätzliche Fesselungen vornehmen kann. Zb kann man durch Ketten oder seile den Körper weiter verzieren oder auch entsprechend irgendwo fixieren. Der Pranger an sich besteht aus Edelstahl Metall und die Fesseln aus echtem Leder. Er lässt sich trotz der steifen Erscheinung recht vielseitig einsetzten und ist auch qualitativ sehr hochwertig verarbeitet. Alle Nähte sind sehr sauber und auch an den Fesseln selbst befinden sich keinerlei Makel. Durch Schlaufen  und Ösen lassen sie sich wunderbar verschiedenen Größen anpassen und festschnallen.

Preisleistung und Weiterempfehlung:
Egal, ob ihr eine Bondagesession plant oder zum ersten Mal den Partner fesseln möchtet eignet sich hierfür der Pranger wirklich gut. Er lässt sich sehr leicht einstellen, da man lediglich die Manschetten an den Gelenken befestigen muss. Da es keine scharfen Kanten gibt, muss man nur darauf achte, sich nicht zu stoßen. Den Pranger bekommt ihr aktuell für 169 € statt 269 (Stand April 2019), was ein wirklich guter Rabatt ist. Meine letzte Spreizstange aus der Final Fantasy Reihe von MEO hat 119 € gekostet und war „nur“ für die Hände oder Beine geeignet. Für den im Vergleich stehenden doch sehr geringen Aufpreis, finde ich, lohnt sich der Pranger besonders für alle, die gerne, viel und fest fixierte Fesselungen mögen. Er bietet mehrere Möglichkeiten für das Liebesspiel und bringt eine eindeutig unterwürfige Rolle mit ein, die mir persönlich sehr gut gefällt. Auch wenn man neu in dem Bereich ist, eignet er sich meiner Meinung nach sehr gut, da man seinen Partner schnell jeder Zeit befreien kann. Wenn eine Hand erst mal locker ist, kann man sich je nach Position auch selbst befreien, was eindeutig ein Pluspunkt für die Sicherheit ist. Es handelt sich um ein robustes und langlebiges Produkt, daher finde ich den Preis recht angebracht, gerade unter Ansicht der anderen Spreizstange. Es macht wirklich Spaß mit dem Pranger herumexperimentieren und auch ein bisschen die eigenen Grenzen zu erfahren. Von mir bekommt er 8/10 Punkten.

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Eure Lady Bluebird

Fetish Pad

Ich habe festgestellt, dass ich euch versehentlich einen Bericht über die Fetish Pads von MEO vorbehalten habe. Daher möchte ich das nun gerne nachholen. Die Fetish Pads haben die wunderbare Beschreibung „Black absorber“, also kurz um: sie saugen alles auf, was möglicherweise danebengehen könnte. Mir fallen da spontan auch einige Sachen ein. Ich finde auch die Idee an sich sehr spannend. Ich hatte bereits die Bettlacken Sheets of San Fransisco getestet. Ich denke, dass sie ähnlich funktionieren. Allerdings bietet sich hier einfach eine andere Anwendungsart mehr an. Also gehen wir dem nun auf den Grund und schauen, ob sie halten, was sie versprechen.

Verpackung:
Die Fetish Pads sind sehr simpel verpackt und erinnern ein bisschen an Haushaltswaren wie Taschentücher, Küchenrolle oder Windeln. Sie sind einfach in schwarzem Plastik eingepackt und haben oben einen Tragegriff. Vorne kann man sowohl den Titel, Untertitel und Anzahl von 15 Pads lesen. Rechts unten befindet sich noch der Aufkleber von MEO. Bis hierhin ist alles recht unauffällig und schlicht gehalten. Dennoch haben sie es geschafft, die wichtigsten Informationen auf die Rückseite zu drucken. Auf der Rückseite kann man nun lesen, wofür sich die Pads eignen (dazu später mehr) und bekommt eine kleine Beschreibung in 12 Sprachen. Wichtig anzumerken: die Pads sind zum einmaligen Gebrauch gedacht. Darunter befindet sich dann noch die Auflistung, aus welchen Lagen sie bestehen und wo man sie alles einsetzten kann. An sich befindet sich alles auf der Verpackung, was nötig ist. Auch wenn die sehr simpel gehalten ist, ist sie zeitgleich auch recht unauffällig. Man muss ganz oben die Verpackung aufreißen und kann dann eines der Fetish Pads herausziehen. Dennoch hält alles sehr stabil, solange genug Pads drin sind. Später empfiehlt es sich, sie einfach einzeln mitzunehmen, wenn ihr sie nicht daheim braucht.
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Allgemeines:
Es gibt viele Diskussionen darüber, ob es den G-Punkt gibt oder ob zum Beispiel Squirten in vielen Pornos einfach gefacked ist. Ich finde das wirklich erstaunlich, denn für mich gibt es daran gar keinen Zweifel. Ich und mein ehemaliger Partner haben sogar mit ziemlicher Sicherheit meinen G-Punkt entdeckt und somit habe ich auch das Spritzen gelernt. Um gleich ein paar Gerüchte auszuräumen: nein, es ist kein Urin, sondern kommt aus einer kleinen Drüse, die lediglich durch die Harnleiter führt. Ähnlich wie bei Männern, wenn sie kommen. Da muss es ja auch letztlich nun mal durch die Harnleiter um herauszukommen. Aber kommen wir zurück zum Thema. Spritzen als Frau ist ein unüberschreitbar gutes Gefühl. Für mich geht es mit dem besten aller Orgasmen Hand in Hand. Aber die Nässe macht sich natürlich bemerkbar. Wenig ist so nervig, wie in einem Bett mit nassen stellen schlafen zu müssen, oder im schlimmsten Fall das Sofa zu beflecken (oder wo auch immer man es gerade machen möchte). Genau hier setzten die Fetish Pads an. Sie sind jeweils 60 x 90 cm groß, was mir erst mal nicht so viel sagt, denn ich finde Größenvorstellung genauso wie das Erraten von Alter sehr schwierig. Aber glaubt mir, wenn ich euch sage, dass es nicht zu klein ist und sich perfekt unterlegen lässt.

Gefühlstest:
Wie bereits erwähnt bestehen die Fetish Pads aus drei Lagen. Die oberste besteht aus weichem und Haut freundliches Material. Allerdings ist der Stoff sehr reißfest und stark, sodass er auch eurem Liebesspiel standhalten kann. Er ist schwarz, aber leicht transparent, sodass die zweite weiße Schicht leicht durchscheint. Die zweite Lage besteht aus einer fluffigen super absorbierenden Schicht die etwas an Watte erinnert. Sie ist dafür gedacht, jegliche Flüssigkeiten sofort aufzunehmen. Die unterste Lage fühlt sich wie Plastik an, was hier auch völlig dem Sinn entspricht. Es ist extra ein wasserfester Stoff verarbeitet worden, damit auch unter dem Pad keine Flüssigkeit den weg rausfindet. So seid ihr definitiv auf der sicheren Seite: Die Fetish Pads selber sind sehr geruchsneutral und fassen sich auf der Oberseite auch sehr angenehm an. Die unterste Lage hingegen macht auch entsprechend ein paar knister Geräusche, wenn man sich bewegt. Mich erinnert das ein bisschen an Caretaker Spiele, was zugegeben wirklich nicht meins ist. Insgesamt vergisst man irgendwann das Pad unter sich, aber eine leichte Geräuschkulisse gibt es trotzdem. Laut Hersteller kann ein Pad bis zu einem Liter Flüssigkeit aufnehmen.

Anwendungsmöglichkeiten:
fetish-pad-the-black-absorber-ref-1572-00 2Die Fetish Pads lassen sich vielseitig einsetzten. Auf der Rückseite der Verpackung bekommt ihr dafür ein paar Ideen und Anreize: BDSM, Fisting, Naturspiele, Futterspiele oder allgemein Pet Play, für den Einsatz von Wachs oder Sex im Auto. Selbstverständlich könnt ihr die Pad überall hin legen, wo ihr möchtet. Wie gesagt eignen sie sich für mich wunderbar zum Spritzen. Wenn ihr „Piraten“ seid, könnt ihr sie auch wunderbar dafür benutzen. Euch sind fast keine Grenzen bei der Anwendung gesetzt. Und gerade das macht sie so praktisch und einzigartig. Ich liebe meine SOSF, aber sie sind eben auch nur für das eigene Bett gedacht und lassen sich nicht gut woanders anwenden. Die Pad werden einfach da ausgebreitet, wo man sie gerade braucht, was definitiv sinnvoll ist, da ich beispielsweise nicht nur gerne Sex im Bett habe. Außerdem muss man sich keinerlei Gedanken über das danach machen. Nichts muss sauber gemacht oder gewaschen werden. Zwar entspricht das dem Verbraucher Konsum, aber hier finde ich das völlig in Ordnung. Einfach nach der Nutzung zusammenknüllen und in den Mülleimer werfen. Ich finde das durchaus praktisch und es erleichtert einfach, dass eine einer Session und man kann sich den wesentlichen Dingen hingeben.

Preisleistung:
In einer Box sind 15 Fetish Pads beinhaltet die entsprechend auch für 15 schmutzige Abenteuer reichen. Bei MEO bekommt ihr sie schon für 39 €. Aktuell (Januar 2019) sogar 10 € günstiger im Shop. Daher lohnt es sich da zuzugreifen! Sie sind simpel, aber erfüllen vollkommen ihren Zweck. Ich finde es auch angenehm, dass sie dunkel gehalten sind, auf weiß fände ich es hinsichtlich vieler Spiele eher unangenehm. Insgesamt betrachtet finde ich den Preis auch in Ordnung. So kostet ein Pad im Normalpreis um die 2,60 € und im Angebot keine 2 €, wenn man es genau haben will. Und das ist es mir auf jeden Fall wert.

Kurzübersicht:
– 15 Fetish Pads pro Box
– Farbe: schwarz
– Schutz in 3 Lagen
– Größe: 60×90 cm
– Für jegliche Spiele und Outdoorsex geeignet
– Schützt vor Flecken und Ähnlichem
– Preis: 39,00 € im Angebot 29,00 €

Im Test:fetish-pad-the-black-absorber-ref-1572-00
Selbstverständlich wollte ich aber genau wissen, ob sich die Fetish Pads im richtigen Test auch bewähren und daher habe ich damit einiges ausprobiert. Ich habe mit etwas ganz leichtem angefangen und etwas flüssiges Wachs auf das Pad tropfen lassen. Wachs hat ja meistens, egal ob extra für BDSM Spiele oder Alltagskerze, die Eigenschaft schnell zu trocknen. Was auch auf dem Pad der Fall war. Es konnte ohnehin nicht viel Verlaufen, aber es bietet trotzdem eine gute Unterlage, um Flecken auf dem Bett zu vermeiden. Als Nächstes habe ich zum Massageöl gegriffen. Das ist ja immerhin flüssig und geht meistens auch eher in kleineren Mengen daneben. Also ein kleiner Vortest. Aber auch hier gab es keinerlei Probleme. Es wurde recht gut vom Pad aufgenommen und nichts sickerte durch, auch nicht nach längerem warten. Zuletzt wollte ich dann überprüfen, wie es sich mit der angegebenen Literanzahl verhält. Es kann ja durchaus mal zur Verwendung von etwas mehr Gleitgel kommen und auch bei Spritzen kann einfach eine gute Menge Flüssigkeit zusammenkommen. Ich denke, aber bei so ziemlich allen Spielen kommt man sicher nicht über die Grenze von einem Liter (was ja auch für die Nutzung empfehlenswert wäre). Trotzdem ist es nicht ganz unerheblich, ob die Fetish Pads denn wirklich so viel aushalten. Also habe ich mir ein Glas geschnappt und angefangen Wasser langsam über das Pad zu kippen. Der erste Viertelliter wurde wunderbar aufgenommen. Die Watteartige Schicht zog sich voll und nichts lief an den Seiten über oder kam unten wieder raus. Das habe ich dann entsprechend noch dreimal wiederholt. Ich merkte bei dem letzten Glas, dass ich das Wasser wirklich auf dem Pad verteilen musste, also nicht nur in die Mitte kippen konnte, sodass es sich wirklich auch in den Ecken vollziehen konnte. Aber es reichte aus. Als ich dann anfing mehr als einen Liter darauf zu verteilen, stand das Wasser langsam auf dem Pad und wäre beim raufdrücken/bewegen an den Seiten auch übergelaufen. Den Liter hat es aber gut weggesteckt. Damit sichern sich die Pad meiner Meinung nach auch sehr gut ab. Es ist eine sehr hohe Toleranzgrenze, die man nicht so ohne weitere überschreiten kann und automatisch damit Sauereien vermeidet. Ich habe für euch mal etwas recherchiert und herausgefunden, dass der Mensch beispielsweise im Durchschnitt nur 300–400 Milliliter Urin beinhaltet (es kann hochgehen bis zu 500–600 Milliliter, aber das ist eher ungesund und kommt nur bei langem Warten zustande). Das bedeutet selbst dafür wäre das Fetish Pad noch nützlich und nicht ausgelastet oder überlastet.

Weiterempfehlung:
Ich finde die Fetish Pads gibt es für einen erschwinglichen Preis. Jedenfalls sind sie günstiger als komplettes Gummibecken für versaute Spiele oder ein Bettlacken (was nun mal auch leider an das Bett gefesselt ist). Sie bietet die Möglichkeit sich auszuprobieren, Experimente zu machen oder sich dem Fetisch völlig hinzugeben, welcher auch immer eurer sein mag. Sie halten das, was der Hersteller angibt, nehmen Flüssigkeiten gut auf und schützen jegliche Oberflächen. Ich finde es super, dass man sie so Vielseitig einsetzten kann. So adressieren sich die Fetish Pads an jeden, egal was man mag oder welcher Szene/Fetisch man angehörig ist. Für mich haben sie sich als extrem praktisch erwiesen und ich freue mich über ihren angenehm neutralen Look. Sowohl innerhalb, als auch außerhalb der Verpackung. Es ist einfach zu nutzen, erspart viele Sauereien und man kann sie praktisch und diskret überall hin mitnehmen. Dafür bekommen sie von mir 9 von 10 Punkten.

Eure Lady Bluebird

ManiFest – Masquerade Ball 2019

Ich hatte das große Glück von Stig dem Veranstalter des Manifest Fetisch Maskenballs am 05.01.2019 eingeladen worden zu sein. Ich muss zugeben, dass ich besonders stolz darauf bin, daher Journalisten dort eigentlich nicht gestattet sind. Also habe ich gegen Ende letzten Jahres mein Flug und Unterkunft gebucht und bin am 04.01. nach Kopenhagen geflogen.

Das große Davor:
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie aufgeregt ich war. Zu einem Maskenball zu gehen war schon seit Ewigkeiten mein Traum. Ich finde die Idee zwischen fremden maskierten zu tanzen aufregend und so geheimnisvoll. Dazu handelt es sich hierbei ja auch noch um einen Fetisch Maskenball. Also alle Träume vereint. Ich hatte davor ein bisschen recherchiert und festgestellt, dass man eine Mitgliedschaft braucht, um zum Fetisch Maskenball gehen zu dürfen. Der Druck und das Ehrengefühl wurden also immer größer. Ich habe mir ewig Gedanken gemacht, was ich brauchen würde und anziehen soll. Letzten Endes habe ich mich besinnt und mich an die Swinger Bibel von meiner geliebten Lotta Frei erinnert. Dort beschrieben sie alles rund ums Swingen und ich dachte mir, letzten Endes kann ich die Vorbereitungen dafür, auch auf den Maskenball übertragen. Ich möchte aber nicht nur ihr danken, sondern auch meiner guten Freundin Tiana. Sie hat mit mir gemeinsam mein Outfit herausgesucht, sodass ich mich am Abend nur noch fertig machen brauchte und auf große Outfitsuche verzichten konnte.

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Die Ankunft:
Das Gefühl bei der Ankunft war fast unbeschreiblich. Ich bin den Leuten, die offensichtlich auch dort hin wollten gefolgt und habe somit auch den Eingang gefunden. Es war verhältnismäßig noch leer und die ersten Gäste zogen sich in der großen Gemeinschaftskabine um. Irgendwie machte mich das stutzig, andererseits sollten wir alle voneinander noch so viel am Abend sehen, dass es eigentlich auch gar keinen Unterschied machte. Also setzte ich nur noch meine Maske auf, schaute in den Spiegel und ging hinein. Eins war klar, so sehr ich die Leute auch unauffällig beobachtete, jeder schaute anfangs zu jedem. Es war ein aufregendes Gefühl zu wissen, dass man betrachtet wird und derjenige vermutlich gerade ein Urteil für sich und für den individuellen Abend fällt. Ich fühlte mich unverwundbar, sexy und wie eine Königin die auf ihrem Platz saß und das Volk betrachtete. Es ist unvorstellbar wie sehr ein extravagantes Outfit, die richtige Atmosphäre und eine Maske das Denken und Fühlen beeinflussen. Der Hauptraum gefiel mir wirklich gut.

Vorne gab es eine große Bühne, davor eine weitflächige Tanzfläche mit ein paar Sitzgelegenheiten an den Seiten und etwas abgetrennter eine Bar, wo man nicht direkt an der Bar saß, sondern zu Bühne hin gewandt. Und hier saß ich erst mal eine Weile und betrachtete die Menschen vor mir. Und glaubt mir, wenn ich euch sage, dass ich an dem Abend so einige heiße junge Männer und Damen gesehen habe. Spannend waren auch die Masken. Ich habe glaube ich jede erdenkliche Art gesehen. Von venezianischen, Petplay, Steam Punk, Hasenmasken, Zorromasken, Gasmasken, jede erdenkliche Form von Latexmasken, Drachen und Gladiatoren Masken, Sturmmasken, LED Masken mit verrückten Gesichtern, Teufels und Brautschleiermasken und alles dazwischen und darüber hinaus. Ich war so beeindruckt und fühlte mich in der langsam steigende mengen recht normal im Vergleich zum Durchschnitt. Großteile der Leute waren recht freizügig unterwegs und die Hauptfarbe der meisten Kleidung war schwarz. Umso mehr sind dann die anderen und farbigeren Kostüme herausgestochen. Ich fühlte mich wie in einem Film. Einem dieser Filme, wo die Party riesig ist, jeder macht, was er will und man immer denk: so was gibt s doch nur im Film. Diesen Abend durfte ich genau das Live erleben. Auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht so lange auf der Feier war, stand für mich fest, dass es weder das erste noch das letzte Mal sein würde, das ich zu so einer Veranstaltung hingehen würde. Ich fühlte mich, als hätte ich Blut geleckt und davon wollte ich definitiv mehr.

Das Publikum:
Als es langsam voller wurde, konnte man schnell erkennen, wer zusammen gehört. Es gab viele Paare, die aber offensichtlich (wer weiß, ob nur für diesen Abend) eher offen und locker mit ihrer Beziehung umgegangen sind. Sehr beeindruckend wie ich finde, aber für mich nur schwer vorstellbar. Außerdem gab es viele eingefleischte Gruppen, die sich scheinbar schon lange und gut kannten. Man konnte alle sehen, von netten Runden die quatschten, trank bis hin zum Partnertausch oder dem schlichten Voyeurismus untereinander. Dazu gab es viele Machtspiele zu beobachten. Oft kam es vor, dass man einen der Partner am Halsband und Leine sehen konnte. An sich gab es alles erdenklich auch vom Kleidungsstil. Von Postapokalypse (worauf ich ja wirklich sehr stehe) bis hin zu Horror-Clowns und Gala Kleidern. Ich weiß ja, dass meine kleine Welt nicht der durchschnitt ist, aber ich war überrascht, dass deutlich mehr Frauen den Dominante Part übernahmen. Eines der interessantesten Kostüme des Abends stammte von einem Paar. Vielleicht klingt es für euch nicht so spannend, aber das Bild was die beiden zusammen abgaben, hängt mir immer noch im Gedächtnis. Sie war ganz offensichtlich als Reiterin verkleiden. Eher angezogen und normal, wie man es sich draußen auf der Straße … naja eher auf einem Reiterhof vorstellt. Mit einer Leine in der einen Hand und einer Gerte in der anderen. Verfolgte man nun die Leine konnte man sehen, dass sie zum Hals ihres Partners führte. Er trug ein großes Pony Geschirr mit Ohren um den Kopf. Es passte einfach alles perfekt zusammen. Die laszive, strenge aber von außen 20190105_204600zurückhaltende Reittrainerin mit dem offensichtlichen Pony Pet im Anhang. Es war so konträr, dass es mir einfach wunderbar gefallen hat. Gerne möchte ich aber noch ein Outfit des Abends küren: einer der Herren hatte ein ganz Körper Latex Kostüm an mit passender Maske, schlicht in Schwarz und Weiß gehalten. Hab ihr schon eine Idee? Es stammt aus einem der berühmtesten Fantasie Universen … Ja genau. Wo Tom Hardy auch einen von gespielt hat. Immer noch keine Idee? Ich verrate es euch: er war als Stormtrooper verkleidet. Es hat einfach alles gepasst und ich möchte nicht wissen, wie viel sein Outfit gekostet hat, aber es viel auf, war ein Hingucker und einfach nur spektakulär. Irgendwann vergisst man selbst völlig, dass man eine Maske trägt und ist einfach mitten im Geschehen.

Die Playrooms und Shows:
20190105_234006Nach einiger Zeit ging ich auch die restlichen Räume erkunden und wanderte somit die Treppe nach oben. Dort gab es einen kleinen Vorhang, der den Raum abtrennte und dahinter durfte man so einiges erblicken. In den Nischen ging es ordentlich zur Sache. Ich finde es schön, dass jeder dem nachgehen konnte, wofür er an dem Abend erschienen ist, aber genug Respekt den anderen Gästen gegenüber hatte, sich dafür auch eine kleine Ecke zu suchen. Wer wollte stand mit gespannter Mimik daneben oder bat eine helfende Hand an. Es war schon ein spannendes Spektakel wie alle über die Zeit ihr selbst für den Abend herausließen. Da mich der Außenbereich, ein Balkon zum Rauchen, nicht sonderlich interessierte begabt ich mich runter und schaute mir nun die weiteren Räume an. Ich erhaschte einen Blick in den BDSM Playrooms. Ein gut ausgestatteter Raum mit wunderbaren Utensilien. Von einer Fesselbank bis hin zum Andreaskreuz und einigen Schlagutensilien war so ziemlich alles da, was man sich wünschen konnte. Und die Menge war auch schon fleißig dabei. Als ich meinen Blick so schweifen ließ viel mir auf, wie sehr ich selbst das alles vermisse. Die Leidenschaft, Intimität und das Gefühl gemeinsam etwas Verbotenes zu tun. Ich glaube, gerade für Paare ist das ein unfassbares Erlebnis. Gesehen zu werden und doch, wenn man möchte, für alle anderen unantastbar zu sein. Da läuft es mir kalt den Rücken runter. Über den Abend gab es natürlich durchgängig Musik und die DJs wechselten auch regelmäßig. Manchmal wurde es allerdings kurzzeitig etwas ruhiger, denn das Pult wurde schnell zur Seite getragen und schon war die Bühne frei für die Shows. Schnell sammelten sich die meisten soweit vorne, wie es nur ging und man hatte das Gefühl, dass alle gespannt ihren Atem anhielten. Über den Abend konnten wir so viele wunderbare Auftritte sehen, aber besonders der erste war sehr skurril. Es war eine Künstlergruppe die anfangs eine Art Ritus präsentierten. Zumindest ist es das, was ich interpretiere. Es wurde nicht gesprochen, sie hatten wilde Masken auf und es klang eine interessante Musik im Hintergrund. Nebel stieg auf und sie tanzen. Bis es letztlich zum Hauptakt kam und damit meine ich nicht Sex, denn diesen stellten sie halb angezogen in einer Art Ausdruckstanz dar und animierten die Menge zum Atmen und stöhnen. Ich weiß gar nicht so genau, wie ich es in Worte fassen soll, aber mit so etwas habe ich zum Beispiel nicht gerechnet. Einige beobachteten die Spektakel auf der Bühne, wenn möglich auch aus sitzenden Positionen, aber man konnte merken, wenn manche Shows eher zusagten und welche nicht. Ein weiteres spannendes Konzept war die kleine Ecke mit dem Namen „Pandoras Box“. Das hatte ich bisher weder gesehen noch davon gehört. An einem Seil hin ein schwarzer Karton, den man sich über den Kopf stülpen konnte. Da stand man dann nun und konnte von dem Partner oder von fremden verwöhnt werden. Es ist erstaunlich wie intensiv sich Berührungen anfühlen, wenn man sie nicht kommen sieht und genau das macht sie die Box zu nutzen. An und in dem Kasten, der daneben stand konnte man sich dafür Seile und ähnliche Utensilien fürs Spiel ausleihen. Aber natürlich hatten die meisten ihr eigenes Spielzeug mit dabei.

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Beispiel Playroom von http://dominionsm.com/rooms/enclave/

Meine Erfahrungen:
Ich muss gestehen, dass ich sehr stolz darauf war, dass ich öfters zum Tanzen aufgefordert worden bin oder gefragt wurde, ob man mir nicht ein Getränk ausgeben könnte. Auffällig war aber vor allem, dass jegliches nein sofort akzeptiert wurde. Ich möchte unsere Community dafür an dieser Stelle ganz herzlich loben. Alle haben immer Angst, denken an Schläge und schlimmeres. Aber die Fetischszene an sich ist so viel mehr als das. Ich hatte wunderbare Gespräche mit Menschen meiner Altersklasse, deutlich älteren und mit Paaren. Ich habe so viele Eindrücke gesammelt und Menschen kennengelernt, dass ich hier nicht alles auch nur ansatzweise wiedergeben kann. Aber ein Thema war bei jedem Gespräch dabei. Es stellte sich heraus, dass die Menschen in Dänemark bei weitem prüder und zurückhaltender sind, als wir in Berlin. Die eine Dame (bei deren alter ich mich gekonnt um ganze 15 Jahre verschätzt hatte) schwärmte von ihren Erfahrungen in Berlin und wie gerne sie hier herkommt. Ich war fasziniert von ihren Erzählungen, fand es aber auch schade, als sie mir sagte, dass viele Leute an diesem Abend einiges Riskieren. Sie erklärte es mir so, dass es schlimm wäre dort erkannt zu werden. Wobei ich mir denke, wenn dich jemand erkennt und du denjenigen, wo liegt denn dabei das Problem? Ihr seid ja beide dort und müsst außerhalb ja nicht darüber reden. Aber die Kultur dort ist schlichtweg anders, wie mir alle meine Gesprächspartner vermittelten. Daher bin ich stolz so offen darüber reden zu können und vor allem zu dürfen. Es hat mich nur noch mehr in meiner Aufgabe bestärkt die Menschen für das schönste der Welt wach zu rütteln. Auch in Dänemark geht die Entwicklung langsam voran, lässt sich aber wie ihr sicher bemerkt habt, nicht mit Berlin vergleichen. Auffällig war, dass der Altersdurchschnitt bei ca. 30 Jahren lag. Es gab auch alles weit darüber und mit mir auch weit darunter. Aber das war ungefähr das Mittelsegment. Was dafür spricht, das die jüngere Generation anfängt sich zu zeigen und das heiße ich herzlichst willkommen. Ich kann nur wiederholen, was ich schon so oft gesagt habe: Keiner muss sich für das schämen, was er mag oder wer er ist und die Gesellschaft sollte keinen von uns verurteilen, solange wir niemanden etwas aufzwingen oder (in böser und angesprochener) Absicht schädigen.

Der Abend im Rückblick:
20190105_221543Ich kann euch nur ans Herz legen, eine Veranstaltung wie den Manifest Fetisch Maskenball oder ähnliches zu besuchen. Die üblichen Ängste sind völlig unangebracht. Keiner wird euch was aufzwingen, euch etwas in den Drink mischen oder euch weh tun. Nur wer zu etwas ja sagt, darf in leiser Aufregung darauf warten, dass es auch passiert. Der Abend hat mir meine eigene Sexualität wieder ganz bewusst in mein Gehirn gerufen und mich daran erinnert, wie sehr ich das alles lieben und schätzen gelernt habe. Besonders der Vergleich zwischen Dänemark und Deutschland war für mich das unerwartete am gesamten Abend. Ansonsten kann ich euch nur sagen, wie wunderbar die Atmosphäre war, wie gut es sich angefühlt hat alle Regeln brechen zu dürfen und einfach ich selbst zu sein über einen Abend hinweg. Das Schöne daran ist: ihr könnt es auch. Traut euch und geht doch einfach mit jemanden zusammen oder wer sich traut alleine aus. Manchmal reicht es schon den besten Freund dabei zu haben und sich alles in Ruhe anzugucken. Keiner erwartet von euch, dass ihr ungehemmt und nackt auf den Tischen tanzt. Für mich ist klar, dass ich gerne mit einem zukünftigen Partner zu so einer Veranstaltung gehen wollen würde. Ich bin fasziniert von der Welt, dem gesehenen und dem unbeschreiblichem Selbstbewusstsein, der mir dieser Abend verliehen hat.

Eure Lady Bluebird

Passion 2018 – Seite der Besucher

Wer sucht der findet und auf der Passion Messe gab es nicht nur einiges an Schätzen zu finden, sondern auch Horizont erweiterndes Material und Neues zu entdecken. Bei Kleidung für jeden Stil bei unglaublicher Materialvielfalt angefangen bis hin zu Toys und Zubehör für jeden Typ.

Über die Messe
Auf zwei Etagen aufgeteilt gab es laut Pressemappe über 112 Aussteller zu bewundern, Workshopkurse zu besuchen und auf 2 Bühnen extravagante Shows  aus Bondage, einer Menge Latexmode, Lust und Leidenschaft. Wer sich in der Szene auskennt hat sich hier mit Sicherheit sehr gut aufgehoben gefühlt und ist auf vielen Ebenen auf seine Kosten gekommen. Angefangen bei den 6 Spielzimmern von z.B. HBSM, BDSM-Lustrefugium und MTC Fetish Manufacture für kleine und große Keller bis hin zu Testvorführungen der verschiedenen Aussteller von Peitsche bis Rohrstock. Ich hatte die Möglichkeit mit vielen der Standbesitzer persönlich zu sprechen und genaueres über deren Angebote, Produkte und kreative Ideenwelt zu erfahren. Vertreten waren unter anderem Aussteller wie „Whips by Wolf“ oder „Fesselnde Wohnideen“. Sie haben mir mit Ihrer kompetenten Beratung, von soft bis hart, zur Seite gestanden und sich die individuelle Zeit genommen Ihre Produkte vorzustellen und sind auf Anwendungsmöglichkeiten und grundlegende Sicherheitshinweise zur Technik eingegangen.

Ein paar Aussteller im Überblick
Whips by Wolf beispielsweise haben einen breit gefächerten Pool an Peitschen in allen nur erdenklichen Farben und Ausführungen. Trotz allem muss nichts von der, wohl bemerkt handgefertigten, Stange gekauft werden, alle Produkte können auch individuell angefertigt werden und kaum ein Anliegen ist nicht umsetzbar. Mit ein wenig Wartezeit liefert die in Holland ansässige Firma Euren einzigartigen Leder-oder Metallwunsch nach Hause. Vor Ort hatten wir die Möglichkeit mit den Materialien auf Tuchfühlung zu gehen und für Neueinsteiger kann die Vielfalt der schon sehr überraschend sein. Jedes Produkt ist in seiner Verarbeitung so einzigartig, dass man sich im Klaren darüber sein sollte was genau man möchte. Vom leichten Reizen bis hin zu lustvollen Striemen. Auch die Anwendung will erprobt sein und einfach aus dem Handgelenk klingt tatsächlich simpler als es sein kann. Mit etwas Übung und Rhythmus wird Euch das jedoch bald gelingen.

Wer auf schweres Gerät mit einem kleinen Twist steht, sollte sich unbedingt einmal bei „Fesselnde Wohnideen“ umschauen. Besonders faszinierend war ein wundervoll gearbeiteter Garderobenständer, festmontiert an der Wand und aus edlem Holz. Ihr fragt Euch vielleicht, ob ich nicht doch auf der Baumarktmesse war? Nein, wir wurden selbst überrascht, mit ein paar Handgriffen wurde die geschmackvolle Wandgarderobe zu einem Andreaskreuz. Offen da und doch so gut unter aller Augen versteckt. Wer sich noch das nötige BDSM-Spielzeug besorgen wollte, wurde auch hier fündig.  handgearbeitete Bambusstäbe, Holzpeitschen mit dem gewissen Kick und das alles von bester Qualität. Ein flacher Bambusstab mit breiter Kante zog sofort unsere Aufmerksamkeit auf sich und da probieren über studieren geht musste einer meiner Pressekollegen bereitwillig seinen Arm zur Verfügung stellen. Dieser Stab gibt einem nicht nur eine Option, denn durch die breite Kante kann man hier den zu empfindenden Schmerz individuell festlegen. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt und individuelle Designanfragen werden gerne umgesetzt.
Meinem Kollegen ist im Übrigen nichts passiert. 😉

Workshops
Ein weiteres Highlight der Passion Messe war das Workshop-Programm, welches von erotischer Fotografie und Pain Play bis hin zu Tüddeln für „Anfänger – Seile am Körper“ reichte. Wobei ich noch anmerken möchte, dass viele Workshop-Veranstalter sich nicht zurückgemeldet haben. Man musste sich selbst via E-Mail für die Workshop anmelden (diese waren übrigens kostenpflichtig). Ich finde es ehrlich gesagt sehr unhöflich sich gar nicht zurückzumelden, selbst wenn es nur eine Absage sein sollte. Viele der Kurse waren nämlich sehr schnell schon voll belegt. Ich weiß, dass die Veranstalter der Passion Messe dafür nichts können, trotzdem war das eine teilweise sehr frustrierende Erfahrung. Trotz der nicht ausreichenden Beschilderung für die Workshops war es uns möglich am letzteren der aufgeführten Workshops teilzunehmen und während der zweistündigen Lehrstunde viele Basics von Andrea Schwark von „Dirty Crate“ zu erfahren.
Viele der Teilnehmer waren wirklich Anfänger und nach einer kleinen Vorlstellungsrunde ging es gleich an wichtige Basics, No-Go´s und Sicherheitshinweise.
Selbst wenn man sich nicht in der BDSM Szene bewegt und einfach nur für sich zuhause neue Dinge ausprobieren möchte, kann ein kleines Fesselspiel ob nun für Aktive oder Passive seinen Reiz haben. Für manche ist der Umgangen mit Seilen vielleicht eine ferne Welt, für andere die bereits damit in Berührung gekommen sind, wie zum Beispiel Andrea ein Leben voller Kunst und Leidenschaft. Mit einer Leidenschaft die so hart und gebieterisch sein kann und doch so hingebungsvoll. Hier gehört absolutes Vertrauen und eine direkte Kommunikation mit zum Spiel. Wie gehen die einfachsten Knoten und wie wende ich sie an?

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Quelle: http://www.datenschlag.org/howto/gebrauchsbondage/index2.html

Ein einfacher Knoten zum selbst-fesseln.

Achtet bei allen Fesselspielen immer darauf keine wichtigen Arterien, die Halsschlagader oder die Pulsadern abzuschnüren. Sollten eurem Partner Gliedmaßen einschlafen oder er sich unwohl fühlen haltet immer einen Seilschneider parat. Nur weil es ein simpler Knoten ist, heißt das noch nicht, dass ihr oder euer Partner euch daraus befreien könnt oder dieser Knoten sich nicht doch als sehr effektiv erweist. Manchmal nicht lange fackeln, sondern schneiden. Euer Partner oder auch ihr als passiver Part müsst nichts ertragen, was sich nicht gut anfühlt, schon gar nicht, wenn es um eure Gesundheit oder die eures Partners geht.

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Ein Seil-Cutter als Beispiel. Ich kann euch nur empfehlen euch einen zuzulegen!

Das richtige Seil
Während des Workshops haben Andrea und ihre Partnerin alle Materialien herum gehen lassen und so auch die verschiedenen Seile. Hier ist besonders entscheidend, was genau ihr mit eurem Seil machen möchtet; Jute, Hanfs, Baumwolle etc. Hier kommt es nicht nur auf das Aussehen an, Baumwollseile zum Beispiel werdet ihr in jeder erdenklichen Farbe finden, es ist jedoch auch die Funktionalität entscheidend. Wollt ihr Fesselspiele am Boden der der Luft?

Baumwollseile erhaltet ihr in zwei Varianten
Mit und ohne Seele. Was ganz schlicht bedeutet, ob das Seil einen Kern aus fest zusammen gewobener Wolle hat oder nicht. Hier obliegt es eurer persönlichen Präferenz, was fühlt sich für euch oder euren Partner besser an? Hier ein wichtiger Hinweis! Baumwollseile dürft ihr niemals für Spiele in der Luft verwenden, die Knoten können sich durch die Belastung schnell fest in das Material ziehen und nicht nur die Schlaufen drastisch verengen, sondern ihr habt keine Chance mehr diese Knoten zu lösen. Dies bedeutet wiederum schneiden! Selbst wenn euch das bei einem Spiel am Boden passieren sollte, probiert nicht lange herum befreit euren Partner zügig. Wie Andrea so treffend sagte: Ein Seil könnt ihr immer kaufen, aber keinen neuen Partner
Hinweis: Benutzt niemals Nylonseile. Nicht nur, dass die Knoten höchstwahrscheinlich nicht halten und man sich leicht an dem Material Verbrennungen zuziehen kann, es ist schlicht weg nicht für´s Bondage geeignet. Sollten eure Knoten halten, dann bekommt ihr sie nie wieder auf. Kauft alle Seile bitte direkt bei vernünftigen Seiten oder direkt bei Messen wie der Passion bei einem Aussteller. Der Bergsteigerladen ist hier nicht die richtige Adresse!

Kommunikation
Achtet auf euren Partner, hat er Durst oder muss er sich kurz ausruhen? Man möchte gar nicht glauben, was ein Körperbondage für eine lange Zeit in Anspruch nehmen kann. Liegen die Seile richtig oder wo platziert ihr eure Knoten. Nehmt euch immer genug Zeit und setzt euch niemals unter Druck zum Beispiel eine Zeitvorgabe zu erfüllen. Das Kaffeekränzchen mit der Freundin oder der Abend mit den Jungs sollte heute nicht mehr anstehen.
Zu viel möchte ich natürlich aber auch nicht vorne weg nehmen, denn ein Schnupperkurs bei Andrea lohnt sich für jeden, der sich mit diesem Thema anfängt zu beschäftigen oder einfach mal ein paar Basics wissen möchte. Ich kann es euch wirklich nur ans Herz legen, denn für einen Einstieg war sie wirklich eine wundervolle Lehrmeisterin und eine tolle Begleitung durch den Kurs, in dem sie uns mit Witz und Ernsthaftigkeit ihre Liebe für Bondage näher gebracht hat.

Abschlussworte zur Messe selbst
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Passion definitiv einen Besuch wert ist. Ein paar Abstriche gibt es jedoch. Wer alles erleben und einen guten Rundumblick über die Aussteller, die Workshops und die Autogramm- und Interviewstunden gewinnen möchte sollte sich überlegen an mindestens zwei der drei Tage anwesend zu sein. Der Eintrittspreis lag an den beiden Haupttagen (Freitag und Samstag) bei jeweils 20€ und am letzten Tag (Sonntag – halber Tag) bei 15€. Die Messeveranstalter haben ein nicht sonderlich großzügiges Rabattpaket für alle drei Tage angeboten, welches bei 50€ lag. Nach unserer Erfahrung nach zweieinhalb Tagen auf der Passion war verwaltungstechnisch eher durchwachsen. Der auf der Internetseite verfügbare Lageplan (möglicherweise nicht aktualisiert) kam nicht ganz hin und wir haben teilweise die Veranstalter die eingezeichnet waren nicht gefunden, obwohl die Passion sich lediglich auf zwei Stockwerke einer Halle beschränkte. Es wirkte alles sehr gedrängt und manchmal war die Trennung der Aussteller nicht klar zu erkennen.

Gerne hätten wir euch auch über die Passion Night berichtet, jedoch waren bereits alle Karten ausverkauft und für uns kein Platz mehr. Um ehrlich zu sein, hatte ich den Veranstalter direkt angefragt, als ich akkreditiert wurde, ob wir die Passion Nightbesuchen dürfen. (Also mehr als rechtzeitig) Allerdings kam bei der Begrüßung die Ansage, er hätte mir keine E-Mail zukommen lassen können, weil es nicht funktioniert hat. Um hier kurz einzuhaken, ich hatte bereits von ihm eine Bestätigungsmail für den Messebesuch bekommen. Daher frage ich mich, wieso die andere nach ‚mehrmaligem‘  Senden nie ankam.
Hier möchte ich auch noch anmerken, dass die Party bereits um 19:00 Uhr am Samstagabend stattfand und somit direkt in die Ausstellungszeit gefallen ist. Organisatorisch bin ich davon nicht überzeugt und auch nach Rücksprache mit einigen der Aussteller mit denen ich bereits in Zusammenarbeit stehe war der Veranstaltungsaufbau, wie der gesamte Ablauf über die drei Tage hinweg ziemlich chaotisch. Vor der Kulisse jedoch bekommt man dies als reiner Besucher jedoch nicht wirklich mit.

Mit Sicherheit sind wir als Berliner durch unsere Messe und die vielen Optionen die sich in der Hauptstadt bieten etwas verwöhnt, jedoch haben wir etwas mehr von der Veranstaltungsplanung und deren Umsetzung erwartet die etwas unstrukturiert wirkte. Nicht zuletzt mussten wir feststellen, dass es vor Ort extra ein kleines Restaurant gab. Sie boten dort auch mehrere Gerichte an, was aber nicht unbedingt für den kleinen Geldbeutel gedacht war. Vielleicht liegt das an mir, da ich oft nicht einsehe viel für essen zu bezahlen, aber 3 Königsbergerklopse mit etwas Soße und Kartoffeln für etwas über 10 € finde ich sehr happig. Trotzdem war das essen genießbar und tat nach einem langen Tag auf der Messe mehr als gut. Aber genau da zeigte sich für uns Berliner das nächste Problem. Nur vier Gerichte zur Auswahl zu haben über den ganzen Tag hinweg plus das Problem, dass man eventuell nicht alles davon isst waren eher… schmälernd. Die Messe selbst lag nach unserem erachten absolut nicht Zentral, so dass wir in der Nähe auch nicht hätten kurz etwas essen gehen. Daher fanden wir es ein bisschen enttäuschend bzw. einfach schade. Ich weiß auch, dass nicht jeder in der Intention hingeht alles zu erkunden, Gespräche mit Ausstellern zu führen und eigentlich die Zeit immer zu knapp bemessen ist. Dennoch gibt es immer wieder Menschen und auch Leute von der Presse bei denen dies zutrifft. Dahingehend fanden wir die Lösung mit dem Essen etwas unzureichend.

Nun, das war erst mal der grobe Überblick von uns und ich hoffe ihr versteht, dass uns die Messe auch durchaus gefallen hat, aber leider gab es genau so organisatorische Mängel die leider stark auffielen. Ich möchte euch allerdings ermöglichen, noch die Seite der Aussteller zu betrachten. Denn diese Medaille hat wirklich viele Seiten. Auch wenn wir uns auf der Messe verpasst haben, hat Peter von Shibaku mir seine Erfahrungen schriftlich zukommen lassen:

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