Fetish Pad

Ich habe festgestellt, dass ich euch versehentlich einen Bericht über die Fetish Pads von MEO vorbehalten habe. Daher möchte ich das nun gerne nachholen. Die Fetish Pads haben die wunderbare Beschreibung „Black absorber“, also kurz um: sie saugen alles auf, was möglicherweise danebengehen könnte. Mir fallen da spontan auch einige Sachen ein. Ich finde auch die Idee an sich sehr spannend. Ich hatte bereits die Bettlacken Sheets of San Fransisco getestet. Ich denke, dass sie ähnlich funktionieren. Allerdings bietet sich hier einfach eine andere Anwendungsart mehr an. Also gehen wir dem nun auf den Grund und schauen, ob sie halten, was sie versprechen.

Verpackung:
Die Fetish Pads sind sehr simpel verpackt und erinnern ein bisschen an Haushaltswaren wie Taschentücher, Küchenrolle oder Windeln. Sie sind einfach in schwarzem Plastik eingepackt und haben oben einen Tragegriff. Vorne kann man sowohl den Titel, Untertitel und Anzahl von 15 Pads lesen. Rechts unten befindet sich noch der Aufkleber von MEO. Bis hierhin ist alles recht unauffällig und schlicht gehalten. Dennoch haben sie es geschafft, die wichtigsten Informationen auf die Rückseite zu drucken. Auf der Rückseite kann man nun lesen, wofür sich die Pads eignen (dazu später mehr) und bekommt eine kleine Beschreibung in 12 Sprachen. Wichtig anzumerken: die Pads sind zum einmaligen Gebrauch gedacht. Darunter befindet sich dann noch die Auflistung, aus welchen Lagen sie bestehen und wo man sie alles einsetzten kann. An sich befindet sich alles auf der Verpackung, was nötig ist. Auch wenn die sehr simpel gehalten ist, ist sie zeitgleich auch recht unauffällig. Man muss ganz oben die Verpackung aufreißen und kann dann eines der Fetish Pads herausziehen. Dennoch hält alles sehr stabil, solange genug Pads drin sind. Später empfiehlt es sich, sie einfach einzeln mitzunehmen, wenn ihr sie nicht daheim braucht.
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Allgemeines:
Es gibt viele Diskussionen darüber, ob es den G-Punkt gibt oder ob zum Beispiel Squirten in vielen Pornos einfach gefacked ist. Ich finde das wirklich erstaunlich, denn für mich gibt es daran gar keinen Zweifel. Ich und mein ehemaliger Partner haben sogar mit ziemlicher Sicherheit meinen G-Punkt entdeckt und somit habe ich auch das Spritzen gelernt. Um gleich ein paar Gerüchte auszuräumen: nein, es ist kein Urin, sondern kommt aus einer kleinen Drüse, die lediglich durch die Harnleiter führt. Ähnlich wie bei Männern, wenn sie kommen. Da muss es ja auch letztlich nun mal durch die Harnleiter um herauszukommen. Aber kommen wir zurück zum Thema. Spritzen als Frau ist ein unüberschreitbar gutes Gefühl. Für mich geht es mit dem besten aller Orgasmen Hand in Hand. Aber die Nässe macht sich natürlich bemerkbar. Wenig ist so nervig, wie in einem Bett mit nassen stellen schlafen zu müssen, oder im schlimmsten Fall das Sofa zu beflecken (oder wo auch immer man es gerade machen möchte). Genau hier setzten die Fetish Pads an. Sie sind jeweils 60 x 90 cm groß, was mir erst mal nicht so viel sagt, denn ich finde Größenvorstellung genauso wie das Erraten von Alter sehr schwierig. Aber glaubt mir, wenn ich euch sage, dass es nicht zu klein ist und sich perfekt unterlegen lässt.

Gefühlstest:
Wie bereits erwähnt bestehen die Fetish Pads aus drei Lagen. Die oberste besteht aus weichem und Haut freundliches Material. Allerdings ist der Stoff sehr reißfest und stark, sodass er auch eurem Liebesspiel standhalten kann. Er ist schwarz, aber leicht transparent, sodass die zweite weiße Schicht leicht durchscheint. Die zweite Lage besteht aus einer fluffigen super absorbierenden Schicht die etwas an Watte erinnert. Sie ist dafür gedacht, jegliche Flüssigkeiten sofort aufzunehmen. Die unterste Lage fühlt sich wie Plastik an, was hier auch völlig dem Sinn entspricht. Es ist extra ein wasserfester Stoff verarbeitet worden, damit auch unter dem Pad keine Flüssigkeit den weg rausfindet. So seid ihr definitiv auf der sicheren Seite: Die Fetish Pads selber sind sehr geruchsneutral und fassen sich auf der Oberseite auch sehr angenehm an. Die unterste Lage hingegen macht auch entsprechend ein paar knister Geräusche, wenn man sich bewegt. Mich erinnert das ein bisschen an Caretaker Spiele, was zugegeben wirklich nicht meins ist. Insgesamt vergisst man irgendwann das Pad unter sich, aber eine leichte Geräuschkulisse gibt es trotzdem. Laut Hersteller kann ein Pad bis zu einem Liter Flüssigkeit aufnehmen.

Anwendungsmöglichkeiten:
fetish-pad-the-black-absorber-ref-1572-00 2Die Fetish Pads lassen sich vielseitig einsetzten. Auf der Rückseite der Verpackung bekommt ihr dafür ein paar Ideen und Anreize: BDSM, Fisting, Naturspiele, Futterspiele oder allgemein Pet Play, für den Einsatz von Wachs oder Sex im Auto. Selbstverständlich könnt ihr die Pad überall hin legen, wo ihr möchtet. Wie gesagt eignen sie sich für mich wunderbar zum Spritzen. Wenn ihr „Piraten“ seid, könnt ihr sie auch wunderbar dafür benutzen. Euch sind fast keine Grenzen bei der Anwendung gesetzt. Und gerade das macht sie so praktisch und einzigartig. Ich liebe meine SOSF, aber sie sind eben auch nur für das eigene Bett gedacht und lassen sich nicht gut woanders anwenden. Die Pad werden einfach da ausgebreitet, wo man sie gerade braucht, was definitiv sinnvoll ist, da ich beispielsweise nicht nur gerne Sex im Bett habe. Außerdem muss man sich keinerlei Gedanken über das danach machen. Nichts muss sauber gemacht oder gewaschen werden. Zwar entspricht das dem Verbraucher Konsum, aber hier finde ich das völlig in Ordnung. Einfach nach der Nutzung zusammenknüllen und in den Mülleimer werfen. Ich finde das durchaus praktisch und es erleichtert einfach, dass eine einer Session und man kann sich den wesentlichen Dingen hingeben.

Preisleistung:
In einer Box sind 15 Fetish Pads beinhaltet die entsprechend auch für 15 schmutzige Abenteuer reichen. Bei MEO bekommt ihr sie schon für 39 €. Aktuell (Januar 2019) sogar 10 € günstiger im Shop. Daher lohnt es sich da zuzugreifen! Sie sind simpel, aber erfüllen vollkommen ihren Zweck. Ich finde es auch angenehm, dass sie dunkel gehalten sind, auf weiß fände ich es hinsichtlich vieler Spiele eher unangenehm. Insgesamt betrachtet finde ich den Preis auch in Ordnung. So kostet ein Pad im Normalpreis um die 2,60 € und im Angebot keine 2 €, wenn man es genau haben will. Und das ist es mir auf jeden Fall wert.

Kurzübersicht:
– 15 Fetish Pads pro Box
– Farbe: schwarz
– Schutz in 3 Lagen
– Größe: 60×90 cm
– Für jegliche Spiele und Outdoorsex geeignet
– Schützt vor Flecken und Ähnlichem
– Preis: 39,00 € im Angebot 29,00 €

Im Test:fetish-pad-the-black-absorber-ref-1572-00
Selbstverständlich wollte ich aber genau wissen, ob sich die Fetish Pads im richtigen Test auch bewähren und daher habe ich damit einiges ausprobiert. Ich habe mit etwas ganz leichtem angefangen und etwas flüssiges Wachs auf das Pad tropfen lassen. Wachs hat ja meistens, egal ob extra für BDSM Spiele oder Alltagskerze, die Eigenschaft schnell zu trocknen. Was auch auf dem Pad der Fall war. Es konnte ohnehin nicht viel Verlaufen, aber es bietet trotzdem eine gute Unterlage, um Flecken auf dem Bett zu vermeiden. Als Nächstes habe ich zum Massageöl gegriffen. Das ist ja immerhin flüssig und geht meistens auch eher in kleineren Mengen daneben. Also ein kleiner Vortest. Aber auch hier gab es keinerlei Probleme. Es wurde recht gut vom Pad aufgenommen und nichts sickerte durch, auch nicht nach längerem warten. Zuletzt wollte ich dann überprüfen, wie es sich mit der angegebenen Literanzahl verhält. Es kann ja durchaus mal zur Verwendung von etwas mehr Gleitgel kommen und auch bei Spritzen kann einfach eine gute Menge Flüssigkeit zusammenkommen. Ich denke, aber bei so ziemlich allen Spielen kommt man sicher nicht über die Grenze von einem Liter (was ja auch für die Nutzung empfehlenswert wäre). Trotzdem ist es nicht ganz unerheblich, ob die Fetish Pads denn wirklich so viel aushalten. Also habe ich mir ein Glas geschnappt und angefangen Wasser langsam über das Pad zu kippen. Der erste Viertelliter wurde wunderbar aufgenommen. Die Watteartige Schicht zog sich voll und nichts lief an den Seiten über oder kam unten wieder raus. Das habe ich dann entsprechend noch dreimal wiederholt. Ich merkte bei dem letzten Glas, dass ich das Wasser wirklich auf dem Pad verteilen musste, also nicht nur in die Mitte kippen konnte, sodass es sich wirklich auch in den Ecken vollziehen konnte. Aber es reichte aus. Als ich dann anfing mehr als einen Liter darauf zu verteilen, stand das Wasser langsam auf dem Pad und wäre beim raufdrücken/bewegen an den Seiten auch übergelaufen. Den Liter hat es aber gut weggesteckt. Damit sichern sich die Pad meiner Meinung nach auch sehr gut ab. Es ist eine sehr hohe Toleranzgrenze, die man nicht so ohne weitere überschreiten kann und automatisch damit Sauereien vermeidet. Ich habe für euch mal etwas recherchiert und herausgefunden, dass der Mensch beispielsweise im Durchschnitt nur 300–400 Milliliter Urin beinhaltet (es kann hochgehen bis zu 500–600 Milliliter, aber das ist eher ungesund und kommt nur bei langem Warten zustande). Das bedeutet selbst dafür wäre das Fetish Pad noch nützlich und nicht ausgelastet oder überlastet.

Weiterempfehlung:
Ich finde die Fetish Pads gibt es für einen erschwinglichen Preis. Jedenfalls sind sie günstiger als komplettes Gummibecken für versaute Spiele oder ein Bettlacken (was nun mal auch leider an das Bett gefesselt ist). Sie bietet die Möglichkeit sich auszuprobieren, Experimente zu machen oder sich dem Fetisch völlig hinzugeben, welcher auch immer eurer sein mag. Sie halten das, was der Hersteller angibt, nehmen Flüssigkeiten gut auf und schützen jegliche Oberflächen. Ich finde es super, dass man sie so Vielseitig einsetzten kann. So adressieren sich die Fetish Pads an jeden, egal was man mag oder welcher Szene/Fetisch man angehörig ist. Für mich haben sie sich als extrem praktisch erwiesen und ich freue mich über ihren angenehm neutralen Look. Sowohl innerhalb, als auch außerhalb der Verpackung. Es ist einfach zu nutzen, erspart viele Sauereien und man kann sie praktisch und diskret überall hin mitnehmen. Dafür bekommen sie von mir 9 von 10 Punkten.

Eure Lady Bluebird

ManiFest – Masquerade Ball 2019

Ich hatte das große Glück von Stig dem Veranstalter des Manifest Fetisch Maskenballs am 05.01.2019 eingeladen worden zu sein. Ich muss zugeben, dass ich besonders stolz darauf bin, daher Journalisten dort eigentlich nicht gestattet sind. Also habe ich gegen Ende letzten Jahres mein Flug und Unterkunft gebucht und bin am 04.01. nach Kopenhagen geflogen.

Das große Davor:
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie aufgeregt ich war. Zu einem Maskenball zu gehen war schon seit Ewigkeiten mein Traum. Ich finde die Idee zwischen fremden maskierten zu tanzen aufregend und so geheimnisvoll. Dazu handelt es sich hierbei ja auch noch um einen Fetisch Maskenball. Also alle Träume vereint. Ich hatte davor ein bisschen recherchiert und festgestellt, dass man eine Mitgliedschaft braucht, um zum Fetisch Maskenball gehen zu dürfen. Der Druck und das Ehrengefühl wurden also immer größer. Ich habe mir ewig Gedanken gemacht, was ich brauchen würde und anziehen soll. Letzten Endes habe ich mich besinnt und mich an die Swinger Bibel von meiner geliebten Lotta Frei erinnert. Dort beschrieben sie alles rund ums Swingen und ich dachte mir, letzten Endes kann ich die Vorbereitungen dafür, auch auf den Maskenball übertragen. Ich möchte aber nicht nur ihr danken, sondern auch meiner guten Freundin Tiana. Sie hat mit mir gemeinsam mein Outfit herausgesucht, sodass ich mich am Abend nur noch fertig machen brauchte und auf große Outfitsuche verzichten konnte.

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Die Ankunft:
Das Gefühl bei der Ankunft war fast unbeschreiblich. Ich bin den Leuten, die offensichtlich auch dort hin wollten gefolgt und habe somit auch den Eingang gefunden. Es war verhältnismäßig noch leer und die ersten Gäste zogen sich in der großen Gemeinschaftskabine um. Irgendwie machte mich das stutzig, andererseits sollten wir alle voneinander noch so viel am Abend sehen, dass es eigentlich auch gar keinen Unterschied machte. Also setzte ich nur noch meine Maske auf, schaute in den Spiegel und ging hinein. Eins war klar, so sehr ich die Leute auch unauffällig beobachtete, jeder schaute anfangs zu jedem. Es war ein aufregendes Gefühl zu wissen, dass man betrachtet wird und derjenige vermutlich gerade ein Urteil für sich und für den individuellen Abend fällt. Ich fühlte mich unverwundbar, sexy und wie eine Königin die auf ihrem Platz saß und das Volk betrachtete. Es ist unvorstellbar wie sehr ein extravagantes Outfit, die richtige Atmosphäre und eine Maske das Denken und Fühlen beeinflussen. Der Hauptraum gefiel mir wirklich gut.

Vorne gab es eine große Bühne, davor eine weitflächige Tanzfläche mit ein paar Sitzgelegenheiten an den Seiten und etwas abgetrennter eine Bar, wo man nicht direkt an der Bar saß, sondern zu Bühne hin gewandt. Und hier saß ich erst mal eine Weile und betrachtete die Menschen vor mir. Und glaubt mir, wenn ich euch sage, dass ich an dem Abend so einige heiße junge Männer und Damen gesehen habe. Spannend waren auch die Masken. Ich habe glaube ich jede erdenkliche Art gesehen. Von venezianischen, Petplay, Steam Punk, Hasenmasken, Zorromasken, Gasmasken, jede erdenkliche Form von Latexmasken, Drachen und Gladiatoren Masken, Sturmmasken, LED Masken mit verrückten Gesichtern, Teufels und Brautschleiermasken und alles dazwischen und darüber hinaus. Ich war so beeindruckt und fühlte mich in der langsam steigende mengen recht normal im Vergleich zum Durchschnitt. Großteile der Leute waren recht freizügig unterwegs und die Hauptfarbe der meisten Kleidung war schwarz. Umso mehr sind dann die anderen und farbigeren Kostüme herausgestochen. Ich fühlte mich wie in einem Film. Einem dieser Filme, wo die Party riesig ist, jeder macht, was er will und man immer denk: so was gibt s doch nur im Film. Diesen Abend durfte ich genau das Live erleben. Auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht so lange auf der Feier war, stand für mich fest, dass es weder das erste noch das letzte Mal sein würde, das ich zu so einer Veranstaltung hingehen würde. Ich fühlte mich, als hätte ich Blut geleckt und davon wollte ich definitiv mehr.

Das Publikum:
Als es langsam voller wurde, konnte man schnell erkennen, wer zusammen gehört. Es gab viele Paare, die aber offensichtlich (wer weiß, ob nur für diesen Abend) eher offen und locker mit ihrer Beziehung umgegangen sind. Sehr beeindruckend wie ich finde, aber für mich nur schwer vorstellbar. Außerdem gab es viele eingefleischte Gruppen, die sich scheinbar schon lange und gut kannten. Man konnte alle sehen, von netten Runden die quatschten, trank bis hin zum Partnertausch oder dem schlichten Voyeurismus untereinander. Dazu gab es viele Machtspiele zu beobachten. Oft kam es vor, dass man einen der Partner am Halsband und Leine sehen konnte. An sich gab es alles erdenklich auch vom Kleidungsstil. Von Postapokalypse (worauf ich ja wirklich sehr stehe) bis hin zu Horror-Clowns und Gala Kleidern. Ich weiß ja, dass meine kleine Welt nicht der durchschnitt ist, aber ich war überrascht, dass deutlich mehr Frauen den Dominante Part übernahmen. Eines der interessantesten Kostüme des Abends stammte von einem Paar. Vielleicht klingt es für euch nicht so spannend, aber das Bild was die beiden zusammen abgaben, hängt mir immer noch im Gedächtnis. Sie war ganz offensichtlich als Reiterin verkleiden. Eher angezogen und normal, wie man es sich draußen auf der Straße … naja eher auf einem Reiterhof vorstellt. Mit einer Leine in der einen Hand und einer Gerte in der anderen. Verfolgte man nun die Leine konnte man sehen, dass sie zum Hals ihres Partners führte. Er trug ein großes Pony Geschirr mit Ohren um den Kopf. Es passte einfach alles perfekt zusammen. Die laszive, strenge aber von außen 20190105_204600zurückhaltende Reittrainerin mit dem offensichtlichen Pony Pet im Anhang. Es war so konträr, dass es mir einfach wunderbar gefallen hat. Gerne möchte ich aber noch ein Outfit des Abends küren: einer der Herren hatte ein ganz Körper Latex Kostüm an mit passender Maske, schlicht in Schwarz und Weiß gehalten. Hab ihr schon eine Idee? Es stammt aus einem der berühmtesten Fantasie Universen … Ja genau. Wo Tom Hardy auch einen von gespielt hat. Immer noch keine Idee? Ich verrate es euch: er war als Stormtrooper verkleidet. Es hat einfach alles gepasst und ich möchte nicht wissen, wie viel sein Outfit gekostet hat, aber es viel auf, war ein Hingucker und einfach nur spektakulär. Irgendwann vergisst man selbst völlig, dass man eine Maske trägt und ist einfach mitten im Geschehen.

Die Playrooms und Shows:
20190105_234006Nach einiger Zeit ging ich auch die restlichen Räume erkunden und wanderte somit die Treppe nach oben. Dort gab es einen kleinen Vorhang, der den Raum abtrennte und dahinter durfte man so einiges erblicken. In den Nischen ging es ordentlich zur Sache. Ich finde es schön, dass jeder dem nachgehen konnte, wofür er an dem Abend erschienen ist, aber genug Respekt den anderen Gästen gegenüber hatte, sich dafür auch eine kleine Ecke zu suchen. Wer wollte stand mit gespannter Mimik daneben oder bat eine helfende Hand an. Es war schon ein spannendes Spektakel wie alle über die Zeit ihr selbst für den Abend herausließen. Da mich der Außenbereich, ein Balkon zum Rauchen, nicht sonderlich interessierte begabt ich mich runter und schaute mir nun die weiteren Räume an. Ich erhaschte einen Blick in den BDSM Playrooms. Ein gut ausgestatteter Raum mit wunderbaren Utensilien. Von einer Fesselbank bis hin zum Andreaskreuz und einigen Schlagutensilien war so ziemlich alles da, was man sich wünschen konnte. Und die Menge war auch schon fleißig dabei. Als ich meinen Blick so schweifen ließ viel mir auf, wie sehr ich selbst das alles vermisse. Die Leidenschaft, Intimität und das Gefühl gemeinsam etwas Verbotenes zu tun. Ich glaube, gerade für Paare ist das ein unfassbares Erlebnis. Gesehen zu werden und doch, wenn man möchte, für alle anderen unantastbar zu sein. Da läuft es mir kalt den Rücken runter. Über den Abend gab es natürlich durchgängig Musik und die DJs wechselten auch regelmäßig. Manchmal wurde es allerdings kurzzeitig etwas ruhiger, denn das Pult wurde schnell zur Seite getragen und schon war die Bühne frei für die Shows. Schnell sammelten sich die meisten soweit vorne, wie es nur ging und man hatte das Gefühl, dass alle gespannt ihren Atem anhielten. Über den Abend konnten wir so viele wunderbare Auftritte sehen, aber besonders der erste war sehr skurril. Es war eine Künstlergruppe die anfangs eine Art Ritus präsentierten. Zumindest ist es das, was ich interpretiere. Es wurde nicht gesprochen, sie hatten wilde Masken auf und es klang eine interessante Musik im Hintergrund. Nebel stieg auf und sie tanzen. Bis es letztlich zum Hauptakt kam und damit meine ich nicht Sex, denn diesen stellten sie halb angezogen in einer Art Ausdruckstanz dar und animierten die Menge zum Atmen und stöhnen. Ich weiß gar nicht so genau, wie ich es in Worte fassen soll, aber mit so etwas habe ich zum Beispiel nicht gerechnet. Einige beobachteten die Spektakel auf der Bühne, wenn möglich auch aus sitzenden Positionen, aber man konnte merken, wenn manche Shows eher zusagten und welche nicht. Ein weiteres spannendes Konzept war die kleine Ecke mit dem Namen „Pandoras Box“. Das hatte ich bisher weder gesehen noch davon gehört. An einem Seil hin ein schwarzer Karton, den man sich über den Kopf stülpen konnte. Da stand man dann nun und konnte von dem Partner oder von fremden verwöhnt werden. Es ist erstaunlich wie intensiv sich Berührungen anfühlen, wenn man sie nicht kommen sieht und genau das macht sie die Box zu nutzen. An und in dem Kasten, der daneben stand konnte man sich dafür Seile und ähnliche Utensilien fürs Spiel ausleihen. Aber natürlich hatten die meisten ihr eigenes Spielzeug mit dabei.

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Beispiel Playroom von http://dominionsm.com/rooms/enclave/

Meine Erfahrungen:
Ich muss gestehen, dass ich sehr stolz darauf war, dass ich öfters zum Tanzen aufgefordert worden bin oder gefragt wurde, ob man mir nicht ein Getränk ausgeben könnte. Auffällig war aber vor allem, dass jegliches nein sofort akzeptiert wurde. Ich möchte unsere Community dafür an dieser Stelle ganz herzlich loben. Alle haben immer Angst, denken an Schläge und schlimmeres. Aber die Fetischszene an sich ist so viel mehr als das. Ich hatte wunderbare Gespräche mit Menschen meiner Altersklasse, deutlich älteren und mit Paaren. Ich habe so viele Eindrücke gesammelt und Menschen kennengelernt, dass ich hier nicht alles auch nur ansatzweise wiedergeben kann. Aber ein Thema war bei jedem Gespräch dabei. Es stellte sich heraus, dass die Menschen in Dänemark bei weitem prüder und zurückhaltender sind, als wir in Berlin. Die eine Dame (bei deren alter ich mich gekonnt um ganze 15 Jahre verschätzt hatte) schwärmte von ihren Erfahrungen in Berlin und wie gerne sie hier herkommt. Ich war fasziniert von ihren Erzählungen, fand es aber auch schade, als sie mir sagte, dass viele Leute an diesem Abend einiges Riskieren. Sie erklärte es mir so, dass es schlimm wäre dort erkannt zu werden. Wobei ich mir denke, wenn dich jemand erkennt und du denjenigen, wo liegt denn dabei das Problem? Ihr seid ja beide dort und müsst außerhalb ja nicht darüber reden. Aber die Kultur dort ist schlichtweg anders, wie mir alle meine Gesprächspartner vermittelten. Daher bin ich stolz so offen darüber reden zu können und vor allem zu dürfen. Es hat mich nur noch mehr in meiner Aufgabe bestärkt die Menschen für das schönste der Welt wach zu rütteln. Auch in Dänemark geht die Entwicklung langsam voran, lässt sich aber wie ihr sicher bemerkt habt, nicht mit Berlin vergleichen. Auffällig war, dass der Altersdurchschnitt bei ca. 30 Jahren lag. Es gab auch alles weit darüber und mit mir auch weit darunter. Aber das war ungefähr das Mittelsegment. Was dafür spricht, das die jüngere Generation anfängt sich zu zeigen und das heiße ich herzlichst willkommen. Ich kann nur wiederholen, was ich schon so oft gesagt habe: Keiner muss sich für das schämen, was er mag oder wer er ist und die Gesellschaft sollte keinen von uns verurteilen, solange wir niemanden etwas aufzwingen oder (in böser und angesprochener) Absicht schädigen.

Der Abend im Rückblick:
20190105_221543Ich kann euch nur ans Herz legen, eine Veranstaltung wie den Manifest Fetisch Maskenball oder ähnliches zu besuchen. Die üblichen Ängste sind völlig unangebracht. Keiner wird euch was aufzwingen, euch etwas in den Drink mischen oder euch weh tun. Nur wer zu etwas ja sagt, darf in leiser Aufregung darauf warten, dass es auch passiert. Der Abend hat mir meine eigene Sexualität wieder ganz bewusst in mein Gehirn gerufen und mich daran erinnert, wie sehr ich das alles lieben und schätzen gelernt habe. Besonders der Vergleich zwischen Dänemark und Deutschland war für mich das unerwartete am gesamten Abend. Ansonsten kann ich euch nur sagen, wie wunderbar die Atmosphäre war, wie gut es sich angefühlt hat alle Regeln brechen zu dürfen und einfach ich selbst zu sein über einen Abend hinweg. Das Schöne daran ist: ihr könnt es auch. Traut euch und geht doch einfach mit jemanden zusammen oder wer sich traut alleine aus. Manchmal reicht es schon den besten Freund dabei zu haben und sich alles in Ruhe anzugucken. Keiner erwartet von euch, dass ihr ungehemmt und nackt auf den Tischen tanzt. Für mich ist klar, dass ich gerne mit einem zukünftigen Partner zu so einer Veranstaltung gehen wollen würde. Ich bin fasziniert von der Welt, dem gesehenen und dem unbeschreiblichem Selbstbewusstsein, der mir dieser Abend verliehen hat.

Eure Lady Bluebird

Passion 2018 – Seite der Besucher

Wer sucht der findet und auf der Passion Messe gab es nicht nur einiges an Schätzen zu finden, sondern auch Horizont erweiterndes Material und Neues zu entdecken. Bei Kleidung für jeden Stil bei unglaublicher Materialvielfalt angefangen bis hin zu Toys und Zubehör für jeden Typ.

Über die Messe
Auf zwei Etagen aufgeteilt gab es laut Pressemappe über 112 Aussteller zu bewundern, Workshopkurse zu besuchen und auf 2 Bühnen extravagante Shows  aus Bondage, einer Menge Latexmode, Lust und Leidenschaft. Wer sich in der Szene auskennt hat sich hier mit Sicherheit sehr gut aufgehoben gefühlt und ist auf vielen Ebenen auf seine Kosten gekommen. Angefangen bei den 6 Spielzimmern von z.B. HBSM, BDSM-Lustrefugium und MTC Fetish Manufacture für kleine und große Keller bis hin zu Testvorführungen der verschiedenen Aussteller von Peitsche bis Rohrstock. Ich hatte die Möglichkeit mit vielen der Standbesitzer persönlich zu sprechen und genaueres über deren Angebote, Produkte und kreative Ideenwelt zu erfahren. Vertreten waren unter anderem Aussteller wie „Whips by Wolf“ oder „Fesselnde Wohnideen“. Sie haben mir mit Ihrer kompetenten Beratung, von soft bis hart, zur Seite gestanden und sich die individuelle Zeit genommen Ihre Produkte vorzustellen und sind auf Anwendungsmöglichkeiten und grundlegende Sicherheitshinweise zur Technik eingegangen.

Ein paar Aussteller im Überblick
Whips by Wolf beispielsweise haben einen breit gefächerten Pool an Peitschen in allen nur erdenklichen Farben und Ausführungen. Trotz allem muss nichts von der, wohl bemerkt handgefertigten, Stange gekauft werden, alle Produkte können auch individuell angefertigt werden und kaum ein Anliegen ist nicht umsetzbar. Mit ein wenig Wartezeit liefert die in Holland ansässige Firma Euren einzigartigen Leder-oder Metallwunsch nach Hause. Vor Ort hatten wir die Möglichkeit mit den Materialien auf Tuchfühlung zu gehen und für Neueinsteiger kann die Vielfalt der schon sehr überraschend sein. Jedes Produkt ist in seiner Verarbeitung so einzigartig, dass man sich im Klaren darüber sein sollte was genau man möchte. Vom leichten Reizen bis hin zu lustvollen Striemen. Auch die Anwendung will erprobt sein und einfach aus dem Handgelenk klingt tatsächlich simpler als es sein kann. Mit etwas Übung und Rhythmus wird Euch das jedoch bald gelingen.

Wer auf schweres Gerät mit einem kleinen Twist steht, sollte sich unbedingt einmal bei „Fesselnde Wohnideen“ umschauen. Besonders faszinierend war ein wundervoll gearbeiteter Garderobenständer, festmontiert an der Wand und aus edlem Holz. Ihr fragt Euch vielleicht, ob ich nicht doch auf der Baumarktmesse war? Nein, wir wurden selbst überrascht, mit ein paar Handgriffen wurde die geschmackvolle Wandgarderobe zu einem Andreaskreuz. Offen da und doch so gut unter aller Augen versteckt. Wer sich noch das nötige BDSM-Spielzeug besorgen wollte, wurde auch hier fündig.  handgearbeitete Bambusstäbe, Holzpeitschen mit dem gewissen Kick und das alles von bester Qualität. Ein flacher Bambusstab mit breiter Kante zog sofort unsere Aufmerksamkeit auf sich und da probieren über studieren geht musste einer meiner Pressekollegen bereitwillig seinen Arm zur Verfügung stellen. Dieser Stab gibt einem nicht nur eine Option, denn durch die breite Kante kann man hier den zu empfindenden Schmerz individuell festlegen. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt und individuelle Designanfragen werden gerne umgesetzt.
Meinem Kollegen ist im Übrigen nichts passiert. 😉

Workshops
Ein weiteres Highlight der Passion Messe war das Workshop-Programm, welches von erotischer Fotografie und Pain Play bis hin zu Tüddeln für „Anfänger – Seile am Körper“ reichte. Wobei ich noch anmerken möchte, dass viele Workshop-Veranstalter sich nicht zurückgemeldet haben. Man musste sich selbst via E-Mail für die Workshop anmelden (diese waren übrigens kostenpflichtig). Ich finde es ehrlich gesagt sehr unhöflich sich gar nicht zurückzumelden, selbst wenn es nur eine Absage sein sollte. Viele der Kurse waren nämlich sehr schnell schon voll belegt. Ich weiß, dass die Veranstalter der Passion Messe dafür nichts können, trotzdem war das eine teilweise sehr frustrierende Erfahrung. Trotz der nicht ausreichenden Beschilderung für die Workshops war es uns möglich am letzteren der aufgeführten Workshops teilzunehmen und während der zweistündigen Lehrstunde viele Basics von Andrea Schwark von „Dirty Crate“ zu erfahren.
Viele der Teilnehmer waren wirklich Anfänger und nach einer kleinen Vorlstellungsrunde ging es gleich an wichtige Basics, No-Go´s und Sicherheitshinweise.
Selbst wenn man sich nicht in der BDSM Szene bewegt und einfach nur für sich zuhause neue Dinge ausprobieren möchte, kann ein kleines Fesselspiel ob nun für Aktive oder Passive seinen Reiz haben. Für manche ist der Umgangen mit Seilen vielleicht eine ferne Welt, für andere die bereits damit in Berührung gekommen sind, wie zum Beispiel Andrea ein Leben voller Kunst und Leidenschaft. Mit einer Leidenschaft die so hart und gebieterisch sein kann und doch so hingebungsvoll. Hier gehört absolutes Vertrauen und eine direkte Kommunikation mit zum Spiel. Wie gehen die einfachsten Knoten und wie wende ich sie an?

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Quelle: http://www.datenschlag.org/howto/gebrauchsbondage/index2.html

Ein einfacher Knoten zum selbst-fesseln.

Achtet bei allen Fesselspielen immer darauf keine wichtigen Arterien, die Halsschlagader oder die Pulsadern abzuschnüren. Sollten eurem Partner Gliedmaßen einschlafen oder er sich unwohl fühlen haltet immer einen Seilschneider parat. Nur weil es ein simpler Knoten ist, heißt das noch nicht, dass ihr oder euer Partner euch daraus befreien könnt oder dieser Knoten sich nicht doch als sehr effektiv erweist. Manchmal nicht lange fackeln, sondern schneiden. Euer Partner oder auch ihr als passiver Part müsst nichts ertragen, was sich nicht gut anfühlt, schon gar nicht, wenn es um eure Gesundheit oder die eures Partners geht.

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Ein Seil-Cutter als Beispiel. Ich kann euch nur empfehlen euch einen zuzulegen!

Das richtige Seil
Während des Workshops haben Andrea und ihre Partnerin alle Materialien herum gehen lassen und so auch die verschiedenen Seile. Hier ist besonders entscheidend, was genau ihr mit eurem Seil machen möchtet; Jute, Hanfs, Baumwolle etc. Hier kommt es nicht nur auf das Aussehen an, Baumwollseile zum Beispiel werdet ihr in jeder erdenklichen Farbe finden, es ist jedoch auch die Funktionalität entscheidend. Wollt ihr Fesselspiele am Boden der der Luft?

Baumwollseile erhaltet ihr in zwei Varianten
Mit und ohne Seele. Was ganz schlicht bedeutet, ob das Seil einen Kern aus fest zusammen gewobener Wolle hat oder nicht. Hier obliegt es eurer persönlichen Präferenz, was fühlt sich für euch oder euren Partner besser an? Hier ein wichtiger Hinweis! Baumwollseile dürft ihr niemals für Spiele in der Luft verwenden, die Knoten können sich durch die Belastung schnell fest in das Material ziehen und nicht nur die Schlaufen drastisch verengen, sondern ihr habt keine Chance mehr diese Knoten zu lösen. Dies bedeutet wiederum schneiden! Selbst wenn euch das bei einem Spiel am Boden passieren sollte, probiert nicht lange herum befreit euren Partner zügig. Wie Andrea so treffend sagte: Ein Seil könnt ihr immer kaufen, aber keinen neuen Partner
Hinweis: Benutzt niemals Nylonseile. Nicht nur, dass die Knoten höchstwahrscheinlich nicht halten und man sich leicht an dem Material Verbrennungen zuziehen kann, es ist schlicht weg nicht für´s Bondage geeignet. Sollten eure Knoten halten, dann bekommt ihr sie nie wieder auf. Kauft alle Seile bitte direkt bei vernünftigen Seiten oder direkt bei Messen wie der Passion bei einem Aussteller. Der Bergsteigerladen ist hier nicht die richtige Adresse!

Kommunikation
Achtet auf euren Partner, hat er Durst oder muss er sich kurz ausruhen? Man möchte gar nicht glauben, was ein Körperbondage für eine lange Zeit in Anspruch nehmen kann. Liegen die Seile richtig oder wo platziert ihr eure Knoten. Nehmt euch immer genug Zeit und setzt euch niemals unter Druck zum Beispiel eine Zeitvorgabe zu erfüllen. Das Kaffeekränzchen mit der Freundin oder der Abend mit den Jungs sollte heute nicht mehr anstehen.
Zu viel möchte ich natürlich aber auch nicht vorne weg nehmen, denn ein Schnupperkurs bei Andrea lohnt sich für jeden, der sich mit diesem Thema anfängt zu beschäftigen oder einfach mal ein paar Basics wissen möchte. Ich kann es euch wirklich nur ans Herz legen, denn für einen Einstieg war sie wirklich eine wundervolle Lehrmeisterin und eine tolle Begleitung durch den Kurs, in dem sie uns mit Witz und Ernsthaftigkeit ihre Liebe für Bondage näher gebracht hat.

Abschlussworte zur Messe selbst
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Passion definitiv einen Besuch wert ist. Ein paar Abstriche gibt es jedoch. Wer alles erleben und einen guten Rundumblick über die Aussteller, die Workshops und die Autogramm- und Interviewstunden gewinnen möchte sollte sich überlegen an mindestens zwei der drei Tage anwesend zu sein. Der Eintrittspreis lag an den beiden Haupttagen (Freitag und Samstag) bei jeweils 20€ und am letzten Tag (Sonntag – halber Tag) bei 15€. Die Messeveranstalter haben ein nicht sonderlich großzügiges Rabattpaket für alle drei Tage angeboten, welches bei 50€ lag. Nach unserer Erfahrung nach zweieinhalb Tagen auf der Passion war verwaltungstechnisch eher durchwachsen. Der auf der Internetseite verfügbare Lageplan (möglicherweise nicht aktualisiert) kam nicht ganz hin und wir haben teilweise die Veranstalter die eingezeichnet waren nicht gefunden, obwohl die Passion sich lediglich auf zwei Stockwerke einer Halle beschränkte. Es wirkte alles sehr gedrängt und manchmal war die Trennung der Aussteller nicht klar zu erkennen.

Gerne hätten wir euch auch über die Passion Night berichtet, jedoch waren bereits alle Karten ausverkauft und für uns kein Platz mehr. Um ehrlich zu sein, hatte ich den Veranstalter direkt angefragt, als ich akkreditiert wurde, ob wir die Passion Nightbesuchen dürfen. (Also mehr als rechtzeitig) Allerdings kam bei der Begrüßung die Ansage, er hätte mir keine E-Mail zukommen lassen können, weil es nicht funktioniert hat. Um hier kurz einzuhaken, ich hatte bereits von ihm eine Bestätigungsmail für den Messebesuch bekommen. Daher frage ich mich, wieso die andere nach ‚mehrmaligem‘  Senden nie ankam.
Hier möchte ich auch noch anmerken, dass die Party bereits um 19:00 Uhr am Samstagabend stattfand und somit direkt in die Ausstellungszeit gefallen ist. Organisatorisch bin ich davon nicht überzeugt und auch nach Rücksprache mit einigen der Aussteller mit denen ich bereits in Zusammenarbeit stehe war der Veranstaltungsaufbau, wie der gesamte Ablauf über die drei Tage hinweg ziemlich chaotisch. Vor der Kulisse jedoch bekommt man dies als reiner Besucher jedoch nicht wirklich mit.

Mit Sicherheit sind wir als Berliner durch unsere Messe und die vielen Optionen die sich in der Hauptstadt bieten etwas verwöhnt, jedoch haben wir etwas mehr von der Veranstaltungsplanung und deren Umsetzung erwartet die etwas unstrukturiert wirkte. Nicht zuletzt mussten wir feststellen, dass es vor Ort extra ein kleines Restaurant gab. Sie boten dort auch mehrere Gerichte an, was aber nicht unbedingt für den kleinen Geldbeutel gedacht war. Vielleicht liegt das an mir, da ich oft nicht einsehe viel für essen zu bezahlen, aber 3 Königsbergerklopse mit etwas Soße und Kartoffeln für etwas über 10 € finde ich sehr happig. Trotzdem war das essen genießbar und tat nach einem langen Tag auf der Messe mehr als gut. Aber genau da zeigte sich für uns Berliner das nächste Problem. Nur vier Gerichte zur Auswahl zu haben über den ganzen Tag hinweg plus das Problem, dass man eventuell nicht alles davon isst waren eher… schmälernd. Die Messe selbst lag nach unserem erachten absolut nicht Zentral, so dass wir in der Nähe auch nicht hätten kurz etwas essen gehen. Daher fanden wir es ein bisschen enttäuschend bzw. einfach schade. Ich weiß auch, dass nicht jeder in der Intention hingeht alles zu erkunden, Gespräche mit Ausstellern zu führen und eigentlich die Zeit immer zu knapp bemessen ist. Dennoch gibt es immer wieder Menschen und auch Leute von der Presse bei denen dies zutrifft. Dahingehend fanden wir die Lösung mit dem Essen etwas unzureichend.

Nun, das war erst mal der grobe Überblick von uns und ich hoffe ihr versteht, dass uns die Messe auch durchaus gefallen hat, aber leider gab es genau so organisatorische Mängel die leider stark auffielen. Ich möchte euch allerdings ermöglichen, noch die Seite der Aussteller zu betrachten. Denn diese Medaille hat wirklich viele Seiten. Auch wenn wir uns auf der Messe verpasst haben, hat Peter von Shibaku mir seine Erfahrungen schriftlich zukommen lassen:

Hier geht es weiter zur Seite de Aussteller

Passion 2018 – Seite der Aussteller

Sicht der Aussteller
Ich habe zurzeit sehr eng mit Peter Wettstein, dem Autor der Shibaku Bücher, gearbeitet. Sowohl vor, währen und auch nach der Messe standen wir im stetigem Austausch zueinander. Daher möchte ich trotz all meiner eignen und von ihm unabhängigen Erfahrungen auch gerne die andere Seite präsentieren. Ich war selber sehr gespannt. Wer weiß, vielleicht stehe ich irgendwann auf der anderen Seite und warte bei meinem Stand auf euch. Daher fand ich es sehr interessant, mir anzuhören, wie es von den Ausstellern empfunden wird. Deswegen gebe ich nun Peter die Bühne und bedanke mich herzlichst für die Möglichkeit, seine Meinung hier mitteilen zu dürfen.           

Der Einstieg in das Messegeschäft          
Es gibt Shibaku ja noch nicht so lange. Das bedeutet, dass man uns noch nicht wirklich kennt und wir uns bemühen und beweisen müssen. Das ist für mich zwar mühsam aber doch verständlich. Etwas schwierig finde ich, dass die, „die schon länger hier sind“ das Gefühl haben, wir wollen ihnen etwas wegnehmen. (Klar wollte ich in der Fessel-Szene Fuß fassen, aber niemandem etwas wegnehmen und Heute habe ich meine eigene, am Fesseln neu interessierte Fangemeinde:) Das habe ich in der Schweizer Fessel-Szene so empfunden und an den Messen erlebt. So war es für uns nicht möglich, an der BoundCon auch nur ein Bild an einer Wand aufzuhängen… Ein Glück war es, dass Matthias Grimme meine Bücher super fand und mir bei Nicole von Eufory die Möglichkeit gab, einen Podest mit meinen Büchern zu liefern. So kam ich 2015 zum ersten Mal an die BoundCon. Auch im nächsten Jahr hatte ich keine Chance auf einen Platz. Da hat Michael vom Baumwollseil (mein bester Wiederverkäufer) vier Quadratmeter für mich gemietet. So waren wir wieder dabei.
Den ersten eigenen Messe-Stand haben wir im selben Jahr (2016) an der BoFeWo gehabt und ab dem folgenden Jahr waren wir auch an der BoundCon als Shibaku fest vertreten.

Übergang zur Passion
Dieses Jahr wurden wir von verschiedenen Ausstellern auf die Passion in Hamburg aufmerksam gemacht. Es sei eine Ausstellung, welche großes Potential habe und die Veranstalter bemühen sich um einiges mehr als andere. Zudem findet die Masse kurz vor Weihnachten statt und ist auf die nördlichen Länder und den englischen Sprachraum ausgerichtet. Das klingt wirklich super. Denn für Weihnachten habe ich die aufwendig von Hand gebundene Ausgabe im Angebot und für den englisch sprechenden Kunden die englische Ausgabe meiner Bücher. Das waren für mich die beiden Gründe, als Aussteller zuzusagen. Denn der Preis für den Stand-Platz ist teurer und der Weg nach Hamburg über 950 Kilometer lang, was ziemlich unverhältnismäßig ist. Da muss schon einiges verkauft werden.

Einige meiner Erfahrungen mit dem Veranstalter
Vom Veranstalter würde uns gesagt, dass speziell der englisch sprechende Kunde erreicht werden soll und das Weihnachtsgeschäft für uns interessant sein könnte. Die Messe wird  auch zweisprachig geführt werden. Vom Veranstalter wurden wir gebeten, für die Passion auch Werbung zu machen. Das habe ich gemacht und nach einem etwas größeren Werbebanner für die Shibaku-Homepage gefragt. Diesen habe ich auch erhalten. Als ich den Veranstalter darauf aufmerksam gemacht habe, dass die Passion-Homepage am Computer und auf Mobilgeräten absolut nicht funktioniert, wurde der Internetauftritt etwas optimiert.

Werbung und Abmachungen
Das vom Veranstalter gelieferte Werbematerial wurde zuerst an die falsche Adresse geliefert, worauf ich gesagt habe ich werde es dort abholen. Dann haben sie es mir noch einmal geliefert, was unnötig war. Zudem wurden die Poster mit Gummis so eng eingepackt, dass sie total zerknittert und unbrauchbar in der Kartonbox ankamen. Für die Facebook-Beiträge von der Passion wurden wir gebeten, Bilder und Texte zu senden. Das habe ich gemacht. Leider wurde von der Passion kein Beitrag über uns erstellt und Shibaku mit keinem Wort erwähnt. Als wir den Standplan erhielten, stand da geschrieben, dass es noch Änderungen geben kann. Da wir hauptsächlich von Kleider-Anbietern umgeben waren, habe ich nach der Möglichkeit einer Umplatzierung gefragt. Das war leider nicht möglich. Als ich dann an der Messe mit einigen Ausstellern gesprochen habe, wurde mir gesagt, dass teilweise größere Standplätze als bestellt vergeben wurden. Es hätte locker irgendwo ein anderer Platz gegeben. Auch die 400 Brötchen, die der Veranstalter für die Aussteller jeden Morgen “geschmiert“ hat, sahen genauso aus… Geschmiert und etwas unappetitlich. Oder die Party-Tickets, die für Aussteller noch an der Messe verfügbar sein sollten waren nur am ersten Tag noch vorhanden und danach ausverkauft.

Im Kontakt mit den Veranstaltern:         
Der Veranstalter hat sich während der Messe nie gezeigt und gefragt, ob alles in Ordnung sei. Bis am letzten Tag, als Sie mit dem neuen Anmeldeformular an unseren Stand kam und fragte, ob wir das nächste Mal wieder kommen wollen. Da habe ich Ihr gesagt, dass einiges nicht so war wie angekündigt. Das wollte Sie absolut nicht so sehen. Auf meine Kritik, es seien kaum englisch sprechende Besucher anwesend gewesen, sagte Sie mir, dass Sie sehr viel englisch sprechen musste, was Sie absolut nicht gerne macht. Es hatte Ihrer Ansicht nach sehr viele englisch sprechende Besucher – Die haben sich einfach nicht für unsere Produkte interessiert. Ich habe aber alle Taschenbücher in Deutsch verkauft und musste am letzten Tag noch Bestellungen aufschreiben. Auf die Frage nach dem Aussteller-Mix hat Sie mir gesagt, dass die ganze Ausstellung sehr abwechslungsreich angeordnet worden sei und dass einigen Ausstellern weniger Platz gegeben wurde um das abwechslungsreiche Konzept zu erhalten. Als ich Ihr gesagt habe, dass wir von Textilanbietern umgeben seien, hat Sie gesagt es sei die gesamte Ausstellung total abwechslungsreich und nicht so wie ich es sehe. Ich kann mit solchen Leuten nicht kommunizieren und habe dann das Gespräch abgebrochen.

Sicht von anderen Ausstellern
In Gesprächen mit einigen Ausstellern habe ich erfahren, dass es nicht so war wie vom Veranstalter behauptet wurde.
– Auch bei anderen Anbietern wurde kaum ein englisch sprechender Kunde bedient.
– Es waren zu viele Aussteller, die um die Kunden werben mussten.
– Die Ansage des Veranstalters, er hätte über 50% mehr Karten im Vorverkauf verkauft, hat einige Aussteller dazu veranlasst einen Mittarbeiter zusätzlich mitzunehmen was die Ausgaben erhöht hat aber nicht so war.
– Die Aktionsfläche im Untergeschoss mit den Domina-Interviews hat angeblich niemanden interessiert.
– Die Bühne im Obergeschoss war so platziert, dass bei einer Show die Leute kaum durchgehen konnten.
– … Es gibt noch einige weitere Aussagen von Ausstellern, die mit dem Ablauf nicht zufrieden waren.

Abschlussworte
Ich habe wie an jeder Messe auch an der Passion Bücher gebunden, wovon ich in Hamburg keines verkauft habe. In der Zwischenzeit habe ich online alle verkauft… Es liegt also nicht an meinen Produkten. Hamburg ist nicht München. So, nun habe ich genug gemeckert. Es kann auch für uns nicht immer alles nur positiv verlaufen. Das gehört zum Leben und das ist gut so.
Wirklich schade finde ich, dass diese Veranstalter so resistent auf Anregungen und Kritik sind. Das sagen viele Aussteller. Ich habe auch an Dietmar von der BoFeWo geschrieben und dann nichts mehr gehört… Die haben irgendwie das Gefühl, wir müssten dankbar sein das sie so eine Veranstaltung auf die Beine stellen. Aber wenn die Aussteller nicht mehr kommen, dann bleiben auch die Besucher aus und dann ist bald Schluss.

Meine Abschlussworte:
Nun meine Lieben, danke das ihr euch die Zeit genommen habt sowohl Peters, als auch meinen Bericht zur Passion Messe 2018 zu lesen. Ich bin wirklich traurig darüber, dass sie insgesamt so negativ ins Gewicht fällt… aber ihr wisst, wie wichtig mir eine ehrliche Meinung ist. Insgesamt möchte ich einfach glauben, dass die Kritiken irgendwo doch nachträglich gehört und angenommen wurden und es dieses Jahr eventuell angepasst wird. Falls ich die Passion hier nach noch mal besuchen darf, bin ich gespannt auf dieses Jahr und würde auch gerne wieder darüber berichten. Falls ich nicht hin darf, sagt das für mich einiges über die Messe aus. Aber bleiben wir gespannt und schauen was und das Jahr bringen mag. ich möchte den Veranstaltern dennoch für den Besuch im letzten Jahr danken. Es ist schon beeindruckend, was zwei Menschen für eine Community auf die Beine stellen können. Es fehlt einfach noch der Feinschliff.

Eure Lady Bluebird, Kollegen und Peter

Wer es verpasst hat, hier gelangt ihr zum ersten Teil: Passion 2018 – Seite der Besucher

Shibaku 1 – Basis und Grundlagen

Warum Shibaku? Ein Perfektionist hinter einem Buch
Peter Wettstein hat sich etwas zum Ziel gesetzt, und zwar ein Buch zu schreiben, das genau das hergibt, was er damals nicht gefunden hat. Lange Zeit hat er sich über das Thema Bondage und die damit verbundene Kunst des japanischen Fesselns befasst. Doch musste er feststellen, dass es als Neuling schwierig ist, etwas zum Lernen und Verstehen zu finden. Die Informationen sind zahlreich und oft überfordernd. Egal ob verwirrende Anleitungen, Videos oder ähnliches. Wie soll man herausfinden was gut und vor allem sicher ist? Aus diesem Gedanken heraus kam es zu einer großen Zusammenballung von Informationen und dem Besuch erstes ersten Workshop. So entstand aus dem vielem Wissen Stück für Stück das jetzige Buch Shibaku.

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– Peter Wettstein

Als ich das erste Mal ein Stück Seil in den Händen hielt, wusste ich noch nicht, dass ich mich eines Tages mit dem Binden von Büchern befassen würde. Es dauerte über zwei Jahre, bis das erste Buch fertiggestellt war. In dieser Zeit habe ich mein Wissen über das Binden von Personen erweitert und vertieft. Es wurde viel gefesselt, dann das erlernte Wissen zusammengetragen, dann analysiert, dann aufgezeichnet, dann ein Buch gebunden und dann wieder gefesselt So entstand das erste, von Hand gebundene Buch über das Binden von Personen.

Übersicht und Kapitel
Bei Shibaku handelt es sich  theoretisch um ein sehr fein ausgearbeitete Fachbuch, aber es verzichtet auf das Gefühl von langen und unverständlichen Textpassagen. Es ist wirklich gut verständlich geschrieben. Der Leser bekommt, wie der Untertitel es auch verspricht, auch eine gute Grundlagenkenntnis über das Fesseln. Peter Wettstein erklärt in seinem Buch, wie der interessierte Beginer sich Stück für Stück mit dem Thema vertäut machen kann. Entsprechend sind auch die Kapitel  strukturiert. Es beginnt mit einer angenehmenen Einleitung zum Thema “was ist Shibaku überhaupt, wo kommt es her und wie kam es zu dem Buch und dessen Aufbau“. Ich war anfangs über die Kürze der einzelnen Kapitel irritiert. Aber Peter  hat wunderbar die wichtigsten Informationen auf den Punkt gebracht. Als Leser bekommt nicht das Gefühl, dass unwichtige Sachen übersprungen wurden, um alles kurzzuhalten. Hier weiß jemand wie mit Worten umgegangen wird und seine Informationen gut vermittelt. Wissensdurstige Beginner sind hier genau am rechten Fleck. Da sich die einzelnen Kapitel noch weiter unterteilen, wird das Gesuchte schnell gefunden.

Nach der Einleitung befasst sich das nächste große Kapitel mit dem Seil an sich, gefolgt von einer kleinen Knotenlehre und Sicherheitshinweisen. Ich hatte wirklich große Sorge, dass ich hier nur Bahnhof verstehe. Ich bin seit vielen Jahren passiv, also als Gefesselte. Zwar habe ich auch in der passiven Rolle einiges gelernt, allerdings habe ich oft mehr genossen als gelernt. Daher war das Gebiet für mich auch relativ neu. Ich habe schon öfters Menschen über Knoten reden hören aber kaum etwas davon verstanden.. Ein Halber Schlag hier, ein Überhandknoten da, eine einfach Schlinge zur Erweiterung oder auch ein Palstek wie bei den Bergsteigern. Nun Ich wusste wirklich nichts darüber. Aber lasst mich euch beruhigen. Durch die wunderbaren Bilder wird jede Anleitung Schritt für Schritt dargestellt. Und ohne Übung ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Ich habe mich also hingesetzt, mein Seil in der einen Hand, das Buch neben mir auf dem Boden und einfach vieles ausprobiert und nachgemacht. Ich war wirklich überrascht, wie leicht es mir fällt den Schritten zu folgen und sie zu verstehen. Und so steigert sich das Buch von Kapitel zu Kapitel.

Jetzt wo wir schon viele wichtige Grundlagen gelernt haben, müssen wir natürlich auch noch wissen, wie wir die verschiedene Techniken überhaupt einsetzten sollen. Denn Knotenbinden ist zwar schön und gut, aber wir müssen ja auch wissen, wie wir das zu unserem Vorteil nutzen und was wir alles mit dem Seil anstellen können. Anbinden an Gegenständen, Seilverlängerungen bis zu Verzierungselementen mit dem übrig gebliebenem Seil erklärt Peter alles, was wir wissen müssen, bis wir dann zu den angeleiteten Fesselungen kommen. Auch wenn ich es schon erwähnt habe, muss ich hier noch mal sagen, wie grandios die Bilderanleitungen sind. Egal um welche Fesselung und um welchen Körperbereich es sich handelt, jeder kann den dargestellten Schritten problemlos folgen.. Wirklich gut finde ich auch, dass vieles aus dem Buch auch alleine ausprobiert werden kann. Hierbei ist die Karada (ein sogenanntes Seilkleid, was man gut unter oder auch über der Kleidung tragen kann) nicht so einfach alleine umzusetzen, dennoch ist Vieles alleine möglich – Aber Vorsicht, es könnte niemand da sein der helfen könnte.

In den nächsten beiden Kapitel befasst sich das Buch nun explizit mit Ober- und Unterkörperfesselungen mit oder ohne körperliche Einschränkungen. Ein sehr spannendes Thema wie ich finde. Auch hier gibt es teilweise Fesselungen, die alleine ausprobiert und geübt werden können.

Das letzte Kapitel heißt ‘Fessel-Tipps – mit Seil gebunden was nun? ‘. Ich finde dieses Kapitel unglaublich anregend. Denn ich glaube wirklich, dass gerade viele Anfänger sich darüber keine Gedanken machen. Wieso Fesseln wir eigentlich, was wollen wir fesseln und wozu? Und was machen wir, wenn wir damit fertig sind? Und genau diese Fragen soll das letzte Kapitel abschließend beantworten.

Feedback
Ich bin wirklich angetan von dem Shibaku Buch. Es eignet sich wirklich gut für alle, die sich selbst noch erfinden möchten, sich neu in diese Umgebung wagen wollen oder ihr wissen vertiefen möchten. Vorrang hat hier die Sicherheit und das Lernen von der richtigen Anwendung, sodass eine tiefe Verbindung zwischen dem Fessler und seinem Modell überhaupt möglich wird. Wer schon etwas weiter ist, keine Sorge. Peter hat bereits ein zweites Buch geschrieben, für all diejenigen, die nicht mehr nur die Basics lernen müssen. Jedes Kapitel ist zwar untergliedert, allerdings bietet das Buch kein direktes Inhaltsverzeichnis. Das finde ich ein bisschen schade, aber es stört nicht wirklich, da auf jeder Seite oben steht, in welchem der Unterkapitel ich mich aktuell befinde. Mit ein bisschen Zeit wusste ich dann recht schnell, wo ich was finde.

Alles auf einen Blick
Wie bereits in dem Zitat von Peter erwähnt, befasst er sich nicht nur für Shibaku selbst mit Seilen. Er bietet seine Bücher auch in wunderschönen und selbst gebundenen Versionen an. Diese könnt ihr hier erhalten: www.Shibaku.ch

Shibaku 1 – Basis und Grundlagen
2. Auflage: 2017, von Peter Wettstein
Seitenanzahl: 176, über 500 Illustrationen und mehr als 100 Schritt für Schritt Anleitungen
In Deutsch und englisch erhältlich
ISBN (Deutsch) 978-3-9524407-2-8
ISBN (Englisch) 978-3-9524407-7-3
Taschenbuch Version Preis: 35 CHF, ca. 31 EUR
Gebundene Version Preis: 125 CHF, ca. 110, 50 EUR

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Shibaku 2 – Takate-Kote und Oberkörper
Dieses Buch habe ich bisher noch nicht gelesen, aber ich halte euch diesbezüglich gerne auf dem Laufendem. Dieses ist ebenfalls in Deutsch und Englisch erhältlich
Seitenanzahl: 176, über 500 Illustrationen und mehr als 100 Schritt für Schritt Anleitungen
ISBN (Deutsch) 978-3-9524407-3-5
ISBN (Englisch) 978-3-9524407-5-9
Ausgabe 2. Auflage
Taschenbuch Version Preis: 35 CHF, ca. 31 EUR
Gebundene Version Preis: 125 CHF, ca. 110, 50 EUR

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Bei Fragen wendet euch doch einfach direkt an Peter. Hier kommt ihr zu seinem Kontakt: Peter

Weiterempfehlung:
Mir gefällt der Stil in dem das Buch geschrieben wurde wirklich sehr. Es ist allgemein leicht verständlich und verzichtet auf unnötig komplizierte Fachsprache. Dennoch bekommt der Leser die Chance einiges zu lernen. Also rein verbal gesehen. Durch die vielen Anleitungen weiß sich jeder schnell selber zu helfen und wird von Kapitel zu Kapitel mehr in die Materie geleitet. Ich habe nun schon einiges selbst probiert und bin begeistert. Wie erwähnt eignet es sich auch wirklich für diejenigen, die sich mit dem Thema noch kein bisschen befasst haben, aber dies gerne in Angriff nehmen möchten. Was auch stark deutlich wird, ist der Unterschied zur allgemeinen BDSM Szene. Es erweckt auf keiner Seite den Eindruck, dass es sich um etwas aggressives, schädigendes oder ähnlich abstraktes handelt, Ich möchte die Szene selbst nicht schlecht reden, da ich mich als ein Teil dieser sehe, aber die Verbindung wird hier nicht hergestellt. Was ich als etwas wirklich Positives sehe. Es ist hier etwas Eigenständiges der eigenen Sexualität. Ein Nachschlagewerk, eine Fachliteratur zum Lernen und wachsen. Egal ob für sich selbst oder als Paar. Es wird im ersten Shibaku Teil auf viele verschiedene und auch sehr relevante Seiten des Stils eingegangen und wie man mit diesem im Allgemeinen umgehen kann. Der Leser merkt bei jeder Seite, dass dieses Buch mit Liebe, Hingabe und Respekt geschrieben wurde. Ich finde auch die Idee wirklich schön, dass Thema in der Herstellung mit einzubringen und die Bücher auch selbst gebunden angeboten werden. Dort merkt man natürlich noch mal mehr, wie viel Leidenschaft dahinter steckt. Es wird auch deutlich, wie viel Vertrauen es braucht um sich einander hinzugeben, sich zu kennen und Gefahren rechtzeitig zu deuten. Der Gesamteindruck ist einfach stimmig und beleuchtet alles Wichtige. Ich habe mich in das Buch verliebt und kann es kaum erwarten, den nächsten Teil zu lesen. Daher kann ich es euch nur wärmstens empfehlen und kann nur 10/10 Punkten vergeben für dieses kleine Meisterwerk.

Eure Bluebird